Mit Sonnenenergie Geld sparen: Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) freut sich über immer mehr Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern. Foto: Grammer Solar/R. Ettl
Grammer Solar/R. Ettl
Mit Sonnenenergie Geld sparen: Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) freut sich über immer mehr Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern. Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Photovoltaik-Anlagen sind stark im Aufwind

News 13.08.2020

Solarisierung der Energieversorgung soll weiter und schneller ausgebaut werden

Aachen. Mehr Kraft aus der Sonne: 20 Prozent mehr Photovoltaik-Leistung als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum wurden im ersten Halbjahr 2020 neu in Betrieb genommen. So hat sich die Geschäftserwartung innerhalb der Solarbranche erheblich aufgehellt. Der vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit Unterstützung der Messe Intersolar erhobene Geschäftserwartungs-Index für die PV-Branche kletterte im zweiten Quartal 2020 gegenüber Jahresanfang um 60 Punkte auf 128 Zähler und hat sich damit nahezu verdoppelt.

„Der erfreuliche Sprung der Geschäftserwartung geht auf die Streichung des Solardeckels zurück“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Um die vom Bundestag im Juni beschlossene Abschaffung des 52-Gigawatt Förderdeckels zu erreichen, war der BSW zuvor bis vors Verfassungsgericht gezogen.

Gleichzeitig hat die Corona-Pandemie die Investitionsbereitschaft in die Solartechnik offensichtlich nicht gebremst. Nahezu ein Viertel der Gebäudeeigentümer planen derzeit die Errichtung einer Solarstromanlage, ergab jüngst eine Befragung des Informationsdienstes CO2-Online.

„Diese Zahlen sind ermutigend. Sie dürfen aber nicht zum Anlass genommen werden, die Hände in den Schoß zu legen“, sagt Körnig. „Jetzt müssen schnell weitere Marktbarrieren fallen. Nur so kann die Solarisierung der Energieversorgung im erforderlichen Umfang beschleunigt werden.“ An erster Stelle müsse dabei die Abschaffung der „Sonnensteuer“ (EEG-Umlage) auf selbst und vor Ort verbrauchten Solarstrom stehen. Diese behindere die Nutzung von Solarstrom für die Elektrifizierung von Fuhrparks oder den Betrieb von Wärmepumpen und bremse den dringend notwendigen Ausbau von Speichern.

Das Ausbautempo der Photovoltaik müsse zudem kurzfristig verdreifacht werden, um die Klimaziele zu erreichen. Gemeinsam mit deutlich mehr Speichern und grünem Wasserstoff könne der beschlossene Atom- und Kohleausstieg kompensiert werden, betont der Branchenverband. „Die niedrigen gesetzlichen Ausbaukorridore für die Solartechnik sind nicht mehr zeitgemäß. Sie wurden seit zehn Jahren nicht angehoben. Sie müssen schnellstmöglich einem absehbar deutlich wachsenden Strombedarf, verschärften Klimazielen und dem Atom- und Kohleausstieg Rechnung tragen“, so Körnig.