Ganz einfach nachbestellen: Joel Stumm (r.), Tischlergeselle, braucht neue Schrauben. Sein Chef Michael Becker hat schon den passenden Barcode gezückt.
Elmar Brandt
Ganz einfach nachbestellen: Joel Stumm (r.), Tischlergeselle, braucht neue Schrauben. Sein Chef Michael Becker hat schon den passenden Barcode gezückt.

So schön wie es im Internet aussieht

News 09.12.2020

Becker & Team: Der Kunde, der im Web geworben wird, soll sich im Betrieb wiederfinden. Digitale Anwendungen sorgen für Profit.

Nideggen-Embken. Im Verbund sind sie stark, die Tischler und Schreiner, die sich bei TopaTeam mit dem Handel zusammengeschlossen haben. Ein Betrieb unter ihnen ist Becker & Team aus Nideggen. Seit 16 Jahren gehört er dazu und nutzt die Vorteile der Mitgliedschaft und des kompetenten Netzwerks. Sehr hilfreich ist diese Kooperation auch bei der Umsetzung und Einführung von digitaler Technik.

Michael Becker, Geschäftsführer des Betriebs, ist es sehr wichtig, dass der Kunde, der auf der Website einen Eindruck von seinem Unternehmen bekommt, sich sofort wiederfindet und wohlfühlt, wenn er denn live im Ausstellungsraum des Betriebs steht. Viel Holz, schöne Ausstattung, detaillierte Dekoration – der Außenauftritt sowohl im Web als auch vor Ort überzeugt. „Wir wollen uns schon online von anderen abheben, uns hochwertig darstellen“, sagt Michael Becker, der gemerkt hat, dass seine Kunden das annehmen. Da muss die Werbung im Web zum wahren Erscheinungsbild passen. Wie man diesen Anspruch erfüllt, darüber tauscht sich Michael Becker, der den Familienbetrieb in dritter Generation führt, gerne mit anderen Betrieben aus. Seine Frau Astrid Becker arbeitet im Büro mit und ist für die Kunden darüber hinaus Wohnraumgestalterin und Schlafberaterin.

Im praktischen Arbeitsalltag nutzt der Betrieb CAD-Technik, um dreidimensionale Pläne zu erstellen und Entwürfe zu visualisieren. Hierfür gibt es einen Fachmann, der sich sehr gut mit dem Programm auskennt. Die Kommunikation mit Lieferanten, Partnern und Kunden erfolgt elektronisch und schnell. Auftragsvorgänge, Angebote und Zeichnungen werden digital in einer Arbeitsmappe abgelegt und nach Abschluss der Arbeiten archiviert.

Über ein elektronisches Zeiterfassungssystem werden die Arbeitszeiten der Mitarbeiter festgehalten und diese können jederzeit selber ihr Arbeitszeitkonto einsehen. Die Prozesse im Unternehmen sind bereits zu einem Großteil papierlos, hier und da lässt es sich aber leider noch nicht vermeiden. Die Menge an Papier hat sich aber schon sehr stark reduziert.

„Die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer und die Überprüfung durch den Digitalisierungscheck waren für uns eine sehr wichtige Standortbestimmung“, sagt Michael Becker, der bereits wusste, dass sein Betrieb gut aufgestellt ist. Potenziale gibt es aber noch – sei es bei der Website, dem Online-Marketing, technischem Gerät oder der Nutzung der Sozialen Medien. Um sich noch besser darzustellen, hat Becker jetzt eine professionelle Fotografin engagiert, die bei Kunden Fotos von erbrachten handwerklichen Leistungen oder Produkten macht. Die schönen Bilder sollen dann wieder Anreize für neue Kunden bieten.

Auch bei den internen Abläufen setzt Becker auf moderne Technik. Im Lager hat jeder Artikel ein Kärtchen mit einem Barcode. Erreicht der Bestand eines Produkts das festgesetzte Minimum, geht der Mitarbeiter mit dem Barcode zum Scanner und kann nachbestellen. Die Artikel sind bereits im Computer hinterlegt, so dass alles vollautomatisch geschieht und nicht mehr erst nach dem Artikel gesucht werden muss. Gleichzeitig werden die Mengen der Bestellungen und der Verbrauch festgehalten. Die Bestellung geht vom Rechner aus direkt zum Lieferanten.

Für Veränderungen sind Michael Becker und sein Team immer zu haben. Der Aufwand für die Umstrukturierung im Lager war sehr zeitintensiv. Becker hat dafür sogar eine Woche sein Handwerk ruhen lassen. Da gab es dann keinen Umsatz. Der Aufwand für die einschlägige Veränderung hat sich jedoch deutlich ausgezahlt.