Der Krieg in der Ukraine sorgt für Lieferengpässe und Produktionsstopps aufgrund fehlender Zulieferungen. #WirtschaftHilft bündelt insbesondere Informationen zu den Themen Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld.
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Der Krieg in der Ukraine sorgt für Lieferengpässe und Produktionsstopps aufgrund fehlender Zulieferungen. #WirtschaftHilft bündelt insbesondere Informationen zu den Themen Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld.

News 21.03.2022Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft starten Initiative #WirtschaftHilft

Berlin, 10. März 2022
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat in Europa die größte humanitäre Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. Die Versorgungslage in den Kriegs- und Grenzgebieten verschlechtert sich von Tag zu Tag – der Bedarf an Hilfslieferungen nimmt entsprechend zu. Zugleich suchen viele Menschen in den Nachbarländern und auch in Deutschland Zuflucht.
Damit wird sich auf mittlere Sicht auch die Frage nach der Arbeitsmarktintegration Geflüchteter stellen.

Die große Welle an Hilfsbereitschaft in Unternehmen und Zivilgesellschaft ist überwältigend. Seit Kriegsbeginn engagieren sich zahlreiche Unternehmen mit vielfältigen Initiativen. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft möchten die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Hilfsangebote an der Situation vor Ort auszurichten. Spenden sollen dabei auf Grundlage
von staatlichen Bedarfslisten oder in Form von finanziellen Zuwendungen an Hilfsorganisationen erbracht werden. Sachspenden können lediglich helfen, wenn sie mit den Empfängerorganisationen vorab abgestimmt wurden.

Zur Unterstützung einer bedarfsgerechten Hilfe haben die Spitzenverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH in enger Zusammenarbeit die Initiative #WirtschaftHilft ins Leben gerufen. Unter www.WirtschaftHilft.info erhalten Unternehmen und Verbände umfangreiche Informationen zu folgenden Themen:

  • Bedarfsgerechtes Spenden:
    Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wollen helfen oder tun es bereits: mit Geld- und Sachspenden. #WirtschaftHilft informiert über konkrete
    staatliche Bedarfslisten und deren organisatorische Abwicklung von Spenden, inklusive Kontaktmöglichkeiten u. a. auch zu ukrainischen Unternehmen. Die Website bietet einen Überblick zu möglichen Empfängerorganisationen für finanzielle Spenden.
  • Arbeitsmarktintegration Geflüchteter:
    Die ankommenden Menschen müssen unmittelbar mit dem Notwendigsten versorgt werden. Es ist damit zu rechnen, dass viele für einen längeren Zeitraum in Deutschland bleiben. #WirtschaftHilft stellt Informationen zur Verfügung, die für einen guten Zugang und die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt notwendig sind – rund um die Fragen des Aufenthaltsund Arbeitsrechts, der Arbeitsvermittlung, des Sozialversicherungsrechts sowie der Förderinstrumente.
  • Auswirkungen auf Betriebe und Beschäftigung:
    Der Krieg in der Ukraine sorgt für Lieferengpässe und Produktionsstopps aufgrund fehlender Zulieferungen. #WirtschaftHilft bündelt insbesondere Informationen zu den Themen Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld.


peter_deckers

 
Statement zu Materialknappheit

von Peter Deckers,
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen

Montag, 21. März 2022

Materialknappheit und Preisanstieg haben auch schon vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine in weiten Teilen des Handwerks zu Engpässen geführt. Gründe dafür liegen in der weltweit wieder anziehenden Konjunktur, aber auch in den noch pandemiebedingt gestörten Lieferketten.

Der Krieg hat die Lage nochmals verschärft: Überall dort, wo energieintensiv produziert oder gearbeitet wird, ist ein weiterer drastischer Preisanstieg festzustellen. Im Handwerk sind es besonders die Gewerke in Bau und Ausbau, die davon betroffen sind. Viele Baustoffe, beispielsweise Stahl, Zement und Ziegel, sind in der Herstellung sehr energieintensiv. Ein Großteil des Baustahls wurde bis jetzt aus Russland und der Ukraine eingeführt; durch den Krieg wird es hier zwangsläufig zu Lieferengpässen kommen genauso wie bei Bitumenprodukten, die zum Beispiel für den Straßenbau unentbehrlich sind.

Besonders betroffen sind Unternehmen, die aufgrund bestehender Verträge ihre erhöhten Kosten nicht an Auftraggeber weiterberechnen können. Die Ausführung derartiger Aufträge wird dann oft unwirtschaftlich und kann im schlimmsten Fall den Bestand des Unternehmens gefährden.

In dieser Situation wäre es hilfreich, wenn kurzfristig eine zielgenaue Entlastung bei den Treibstoffkosten erfolgen würde – das würde etwas Luft verschaffen. Der Staat – insbesondere die Kartellbehörden – muss auch schleunigst prüfen, ob die Knappheit von den Mineralölkonzernen ausgenutzt wird, um die Treibstoffpreise unangemessen hoch zu halten.

In der jetzigen krisenhaften Situation muss sich die Regierung noch stärker als sonst mit zusätzlichen bürokratischen Belastungen für unsere Betriebe im Handwerk, wie zum Beispiel Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten, zurückhalten.

Die Initiative #WirtschaftHilft wird mit der Bundesregierung sowie den offiziellen Trägern und Institutionen der Flüchtlings- und Ukrainehilfe zusammenarbeiten. So stellen die Spitzenverbände der Wirtschaft sicher, dass flexibel auf veränderte Anforderungen reagiert und gleichzeitig schnell informiert werden kann.

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