Der Handwerkskammerbeitrag gehört zu den förderfähigen betrieblichen Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III.
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Der Handwerkskammerbeitrag gehört zu den förderfähigen betrieblichen Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III.

Überbrückungshilfe III

News 10.03.2021

Auch Ausbildungsvergütungen sind erstattungsfähig. Anträge können bis zum 31. August gestellt werden.

Aachen. Bei den Corona-Überbrückungshilfepakten I bis III des Bundes geht es um Zuschüsse für Betriebe, die pandemiebedingt in bestimmten Monaten erhebliche Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten beziehungsweise noch haben. Während die Überbrückungshilfe I ausgelaufen ist, kann die Überbrückungshilfe II für Umsatzrückgänge in den Monaten September bis Dezember 2020 noch bis zum 31. März 2021 beantragt werden. Seit dem 10. Februar gibt es nun zusätzlich das Hilfepaket III, das die Monate November 2020 bis Juni 2021 abdeckt. Anträge können bis zum 31. August 2021 gestellt werden. Maßgeblich sind betriebliche Fixkosten, die anteilig erstattet werden können.

Für die Überbrückungshilfe III kommen insbesondere in Betracht:

Unternehmen, die seit dem letzten Dezember von den zusätzlichen Schließungen ab 16. Dezember 2020 betroffen sind, zum Beispiel Friseure, Unternehmen, die in 2021 weiter von den seit dem 28. Oktober 2020 beschlossenen Schließungen betroffen sind, zum Beispiel Kosmetiker, und Unternehmen, die zwar nicht geschlossen sind, aber auch 2021 erhebliche Umsatzeinbußen haben. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in mindestens einem Monat von November 2020 bis Juni 2021 einen Umsatzrückgang vom mindestens 30 Prozent  im Vergleich zum Referenzmonat 2019 zu verzeichnen hatten. Die prozentuale Erstattung der Fixkosten für den Förderzeitraum ist abhängig vom konkreten Umsatzrückgang im betreffenden Monat:

  • Bei Umsatzrückgängen zwischen 30 und 50 Prozent werden 40 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei Umsatzrückgängen zwischen 50 und 70 Prozent werden 60 Prozent der Fixkosten erstattet.
  • Bei Umsatzrückgängen über 70 Prozent werden 90 Prozent der Fixkosten erstattet.

Für junge Unternehmen, die zwischen dem 1. August 2019 und 30. April 2020 gegründet worden sind, gilt als Vergleichszeitraum für Umsatzverluste das dritte Quartal 2020. Betriebe, die erst nach dem 30. April 2020 gegründet worden sind, sind nicht antragsberechtigt.

Eine Doppelförderung ist ebenfalls ausgeschlossen. Daher sind Unternehmen, die die November- oder Dezemberhilfe erhalten haben, für diese beiden Monate nicht antragsberechtigt. Leistungen nach der Überbrückungshilfe II  für November und Dezember 2020 werden auf die Überbrückungshilfe III angerechnet.

Die geltend gemachten Umsatzrückgänge und betrieblichen Fixkosten sind durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt zu prüfen und zu bestätigen. Nur dieser kann auch den Antrag über die Online-Plattform stellen.

Welche Kosten sind erstattungsfähig?

Unter anderem werden folgende betrieblichen Fixkosten anerkannt:

  • Mieten und Pachten (Gebäude, Fahrzeuge oder Maschinen)
  • Finanzierungskosten (Zinsaufwendungen für Kredite)
  • Lohnkosten für Auszubildende inklusive Sozialversicherungsbeiträge und sonstige Kosten der Ausbildung
  • Kammerbeiträge und weitere Mitgliedsbeiträge
  • Versicherungsbeiträge, Abonnements oder Grundsteuern
  • Aufwendungen für Personal, das Kurzarbeit nicht nutzen kann (Pauschale in Höhe von 20 Prozent der übrigen förderfähigen Fixkosten)
  • Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten. Erstattet werden Kosten bis zu 20.000 Euro monatlich, die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind.
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen

Eine Detailübersicht steht in der FAQ-Liste des Bundeswirtschaftsministeriums im Internet unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Soloselbstständige, die im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen, aber stark von der Corona Krise betroffen sind, können zudem seit dem 16. Februar 2021 eine Neustarthilfe von bis zu 7.500 Euro erhalten.

Info: Der Handwerkskammerbeitrag gehört zu den förderfähigen betrieblichen Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III. Voraussetzung ist, dass der Beitrag innerhalb des maßgeblichen Förderzeitraums (November 2020 bis Juni 2021) gezahlt wird. Generell geht die Handwerkskammer Aachen davon aus, dass der Steuerberater, über den die Überbrückungshilfe beantragt werden muss, davon Kenntnis hat. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, den Steuerberater auf die Förderfähigkeit des Beitrages hinzuweisen.