Geld zurück: Als weitere Hilfe für Unternehmen können Unternehmen Steuervorauszahlungen zurückerhalten.
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Geld zurück: Als weitere Hilfe für Unternehmen können Unternehmen Steuervorauszahlungen zurückerhalten.

Unternehmen erhalten Vorauszahlungen zurück

News 13.05.2020

Bereits gezahlte Steuern werden als Krisenhilfe erstattet

Aachen/Berlin. Unternehmen können Steuervorauszahlungen zurückerhalten, um die Corona-Krisenzeit besser zu überstehen. Das haben Bund und Länder am 22. April beschlossen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz erläutert in einer Presseerklärung den Stand der Maßnahmen, die die Bundesregierung in die Wege geleitet hat.

Unternehmen, die aufgrund der Pandemie in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust ausweisen, erhalten jetzt eine weitere Liquiditätshilfe. Sie können ihre bereits getätigten Steuervorauszahlungen zurückerhalten. Das gilt für Vorauszahlungen, die für das erste Quartal 2020 geleistet wurden. Zusätzlich können sie 15 Prozent der im Jahr 2019 gezahlten Vorauszahlungen zurückerstattet bekommen. Die Steuererstattung kann maximal 150.000 bzw. 300.000 Euro (bei Zusammenveranlagung) betragen.

Sollte sich später herausstellen, dass 2020 doch Gewinne erwirtschaftet werden konnten, ist diese Liquiditätshilfe zurückzuerstatten. Solange das Unternehmen allerdings Verluste oder keine Gewinne ausweist, muss nicht zurückgezahlt werden. Die Verrechnung erfolgt mit der Einkommensteuererklärung für 2020, die erst im Verlauf der Jahre 2021/2022 eingereicht wird. Bundfinanzminister Olaf Scholz: „Insofern räumen wir den Unternehmen Zeit zur Überwindung der Krise ein. Damit stärken wir nochmals die notwendige Liquidität insbesondere von kleineren Unternehmen und Selbstständigen im Handel, der Kultur und der Gastronomie – unabhängig davon, ob diese den operativen Geschäftsbetrieb jetzt schon wieder aufnehmen können oder nicht.“ 

Zudem hat der Koalitionsausschuss beschlossen, dass die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli 2020 befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent gesenkt wird. „Wir wollen, dass Gastronomiebetriebe, die derzeit von hohen Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise betroffen sind, gut aus der Krise kommen. Deshalb sorgen wir für eine weiteregezielte steuerliche Entlastung für die Zeit nach der Krise, wenn die Umsätze wieder steigen“, erklärt Scholz. 

Bislang wurden 9,5 Milliarden Euro (Stand April 2020) als Soforthilfen an Kleinstunternehmen und Soloselbstständige ausgezahlt und die KfW hat mit den erweiterten Programmen bisher Kredite im Umfang von rund 10 Milliarden Euro ausgereicht.

Auch die steuerpolitischen Erleichterungen - allen voran die verschiedenen Stundungsmöglichkeiten - werden breit genutzt. Allein im steuerlichen Bereich wird die deutsche Wirtschaft Euro in diesem Jahr um rund 60 Milliarden entlastet. Das alles sind wichtige Elemente, damit Unternehmen und Beschäftigte so gut wie möglich durch die Krise kommen.