Aktiv und solidarisch mit anderen Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden auf dem Weg zur Rückkehr in eine ¿Neue Normalität¿: Friseurmeisterin Liliane Ghazanfari und Stadtplanerin Ina-Marie Orawiec fordern lokal-spezifische Lösungen. Foto: Elmar Brandt
Handwerkskammer Aachen
Aktiv und solidarisch mit anderen Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden auf dem Weg zur Rückkehr in eine ¿Neue Normalität¿: Friseurmeisterin Liliane Ghazanfari und Stadtplanerin Ina-Marie Orawiec fordern lokal-spezifische Lösungen. Foto: Elmar Brandt

Waschen - Zeigen - Reden

News 10.03.2021

Solidaritätsaktion von Friseurmeisterin und Stadtplanerin  für eine „handelsfähige“ Innenstadt

Aachen. Seit dem 1. März darf in den Friseurbetrieben wieder „gewaschen, geschnitten und gelegt“ werden. Dagegen müssen andere Gewerbetreibende und Kultureinrichtungen weiterhin abwarten. In einer Solidaritätsaktion leisteten die Aachener Friseurmeisterin Liliane Ghazanfari und die Stadtplanerin Ina-Marie Orawiec „Kopfarbeit“. Mit ihrer Aktion „Waschen – Zeigen – Reden“ setzten sie sich für eine „handelsfähige“ Innenstadt Aachen ein. Und so bekam Michael Schmitz-Aufterbeck, Generalintendant des Theater Aachen, den „Kopf gewaschen“, im Restaurant „Aposto“ erhielt Geschäftsführerin Natascha Süverkrüp einen Haarschnitt. Ruth Wolters, Inhaberin von Weyers Kaatzer am Dom, wurde geföhnt und Asgar Adami frisierte die Meisterin in seinem Modefachgeschäft.

Mit ihrer Aktion wollten die Friseurinnung Aachen-Stadt und OX2architekten zu einer interdisziplinären kreativen Zusammenarbeit für eine von Vielfalt und Wandel geprägte Innenstadt inspirieren und ein Zeichen der Solidarität mit den Geschäften und Betrieben setzen, um auf die Herausforderungen und Belastungen durch die Schließungen während des Lockdowns aufmerksam zu machen. Außerdem wiesen sie auf die Relevanz der kleinen und mittleren Betriebe im Friseurhandwerk für die Nahversorgung, Adressbildung und Nachbarschaft in der sogenannten „Lauflage“ hin. Darüber hinaus stellten die Akteure die Bedeutung einer lebendigen Mischung von unterschiedlichen Kultur- und Freizeitangeboten, Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung in der Innenstadt sowie einer starken Aufenthaltsqualität heraus. Sie sprachen sich für neue Konzepte für Öffnungs- und Betriebszeiten von Geschäften, Dienstleistungsangeboten und Kulturorten sowie für lokal-spezifische Lösungen für die Rückkehr in eine „Neue Normalität“ aus.

„Kultur, Dienstleistung und Einzelhandel beleben einander und die Straßen und Plätze der Städte. Deshalb wird in naher Zukunft ein Zusammenhalt und Miteinander unabdingbar, wenn wir die Städte weiter lebendig erleben möchten“, sagt Liliane Ghazanfari, und Ina-Marie Orawiec meint: „Die permanente Situation des Wartens auf ‚Normalität‘ lässt Orte regelrecht erstarren.“ Fernhalten, Ausweichen und Abwenden seien die neuen Bewegungsnormen. Das stehe im krassen Widerspruch, was der „Stadtkörper“ leisten könne und müsse. Es brauche jetzt Wagnis, um mehr Mischung, viel mehr Kultur und Kunst, Wissenschaft und Bildung, Handel und Handwerk in den Stadtkern zu bringen.