Die Politik will die Energiewende vorantreiben. Doch dafür braucht es deutlich mehr Fachkräfte. Die Elektrohandwerke fordern massiv Unterstützung ihrer Nachwuchsarbeit. Foto: Rolf Göbels
Rolf Göbels
Die Politik will die Energiewende vorantreiben. Doch dafür braucht es deutlich mehr Fachkräfte. Die Elektrohandwerke fordern massiv Unterstützung ihrer Nachwuchsarbeit. Foto: Rolf Göbels

News 09.02.2022Wer soll es denn machen?

Elektrohandwerk appelliert an Habeck, den Fachkräftebedarf in den Fokus zu nehmen.

Frankfurt am Main. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat angekündigt, den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2030 erheblich zu steigern – ihr Anteil an der Stromerzeugung soll dann bei 80 Prozent liegen. Laut Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) ist das nur mit einem massiven Ausbau der Solar- und Windenergie zu schaffen. Genau da kämen die Elektrohandwerke ins Spiel.

Die Organisation zeigt sich überrascht, dass das Thema „Fachkräftebedarf“ im Programm des Bundeswirtschaftsministers keine Erwähnung findet, wo es in allen genannten Handlungsfeldern elektrohandwerklicher Kompetenz und Unterstützung bedürfe. Auch während der Pandemie hätten die E-Handwerke in puncto Beschäftigte und Auszubildende zugelegt. Dies sei einer nachhaltigen Nachwuchsarbeit zu verdanken. Zudem seien die e-handwerklichen Berufe mit neuen und hochspannenden Geschäftsbereichen wie zum Beispiel E-Mobilität, Photovoltaik oder Smart Home abwechslungsreich, zukunftssicher und sinnstiftend. Außerdem habe die elektrohandwerkliche Organisation die Attraktivität ihrer Ausbildung durch die Novellierung der Ausbildungsberufe 2021 und die Schaffung des ganz auf die Herausforderungen von Energiewende und Digitalisierung ausgelegten neuen Berufes „Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration“ gesichert.

Aktuellen Umfragen zufolge haben derzeit 60 Prozent aller Betriebe im E-Handwerk offene Stellen. Der Verband fordert von der Politik eine Analyse, wie viele zusätzliche Fachkräfte im Handwerk zur Umsetzung der Energiewende benötigt werden. Diese sollte unter Einbindung einschlägiger Handwerksinstitute sowie des ZVEH erfolgen. Außerdem fordert er die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen für Elektrofachkräfte. Darüber hinaus müsse es Investitionen geben, um die Qualität und technische Ausstattung der beruflichen Bildungsstätten zu verbessern. Die Anzahl der Lehrkräfte in den Berufsschulen müsse gesteigert sowie die Qualifikation der Lehrenden, auch im Hinblick auf digitale Kompetenzen, sichergestellt werden. Die Fördersysteme im Bereich der Energiewende sollten einfacher ausgestaltet, verlässlich und langfristig angelegt sein, sodass die Energiewende für Kunden attraktiv sei und auch vom Handwerk als attraktiv wahrgenommen werde.