Ob Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur: Im Handwerk hat jeder seine Chance.
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Ob Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur: Im Handwerk hat jeder seine Chance.

News vom 10.03.2022Wir brauchen alle Talente

Andreas Ehlert sieht im Handwerk beste Ausbildungschancen für alle Schulabgänger

Düsseldorf. Das NRW-Handwerk weist für den eigenen Wirtschaftsbereich entschieden zurück, dass sich das betriebliche Ausbildungsangebot für Haupt- und Realschulabgänger verschlechtert habe. Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie hatte die Ausbildungschancen von Jugendlichen, die höchstens einen mittleren Schulabschluss haben, als vermindert dargestellt. Das Handwerk suche im Gegenteil mit großem Nachdruck Nachwuchs und habe seine Anstrengungen angesichts des zugespitzten Fachkräfteengpass weiter verstärkt. „Der Bedarf an Ausbildungswilligen jedweder Vorqualifikation ist im Handwerk aktuell riesig“, betonte Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW. 

Ehlert freue sich zwar über eine wachsende Anzahl an Abiturienten unter den neuen Auszubildenden im Handwerk. Aber auch Schulabgänger, die nach der zehnten Klasse einer Haupt-, Real- oder Gesamtschule ins Berufsleben starten wollen, seien „im Handwerk herzlich willkommen. Dass verstärkt junge Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen auch im Handwerk eine berufliche Chance suchen, ist gut und notwendig, aber eben empirisch auch zwangsläufig.“ Denn: „Schulabgänger mit Hochschulreife sind nun mal die mit Abstand größte Kohorte auf der Nachfrageseite der beruflichen Qualifizierungsmärkte“, so Ehlert. Dies betreffe im Übrigen verstärkt auch sogenannte Studienzweifler, die sich nach einigen Semestern an einer Hochschule doch für eine betriebliche Ausbildung entscheiden. 

Der Zuwachs bei Lehrlingen mit höherem Schulabschluss bedeute aber „ausdrücklich nicht, dass im Gegenzug Schulabgänger ohne Abitur im Handwerk verschlechterte Ausbildungschancen“ vorfänden.

„Wir freuen uns auf jede einzelne Bewerberin und jeden einzelnen Bewerber, egal mit welchem Bildungshintergrund! Im Handwerk gilt nach wie vor: Es zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hinwill!“

Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW

Ehlert mahnte eine Korrektur bildungspolitischer Leitvorstellungen zugunsten der hervorragenden Karriereoptionen im Berufsbildungssystem, eine qualitätsvolle Beschulung durch ausreichend viele und qualifizierte Fachlehrer sowie eine Investitions- und Exzellenz-Offensive zugunsten des dualen Bildungssystems an.

Info: Die Dachorganisation HANDWERK.NRW vertritt die Interessen der 196.000 Unternehmen und 1,19 Millionen Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Handwerks.