Schaut gut aus: Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, in Aktion beim Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerk anlässlich des Eröffnungsrundgangs der Internationalen Handwerksmesse in München.
Foto: GHM
Schaut gut aus: Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, in Aktion beim Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerk anlässlich des Eröffnungsrundgangs der Internationalen Handwerksmesse in München.

News vom 12.07.2022Wir brauchen eine echte Bildungswende!

Sommeredition der Handwerksmesse. Transformation nur mit Fachkräften.

München. Nach mehr als zwei Jahren Zwangspause hat die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München vergangenen Mittwoch zum 72. Mal ihre Tore geöffnet. Passend zum Messemotto „Handwerk, das den Sommer schöner macht“ findet das wichtigste Handwerkstreffen in diesem Jahr erstmals und einmalig als Sommeredition statt. Rund 650 Ausstellerinnen und Aussteller inspirierten und berieten vom 6. bis 10. Juli zu allen Themen rund ums Handwerk.

Eine in vielerlei Hinsicht andere und besondere Handwerksmesse ist am Mittwoch in München eröffnet worden: „So groß die Freude darüber ist, sich nach der pandemiebedingten Absage gleich zweier Handwerksmessen endlich wieder bei diesem wichtigsten Treffen des Handwerks austauschen zu können, so herausfordernd bleibt durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und dessen Folgen bei Energiepreisen, Liefer- und Materialengpässen die Lage für unsere Betriebe.“ Mit diesen Worten begrüßte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Eröffnungsveranstaltung.

Von der Sommeredition der IHM erhoffe er sich gleichwohl Impulse für Lösungen und gemeinsame Projekte, um in dieser besonderen Situation gemeinsam die Zukunftsgestaltung nach Art des Handwerks anzupacken und zu meistern. Es sei daher wichtig, die kommenden Messetage zu nutzen, um das Handwerk in diesem schwierigen Umfeld nachhaltig zu stärken.

Hier sehe er besonders auch die Politik in der Pflicht: „Es muss allen klar sein: Klimaschutzziele, Energieeffizienzziele, E-Mobilität oder der Ausbau von Ladesäulen und Infrastruktur kann es nur mit ausreichend beruflich qualifizierten Fachkräften des Handwerks geben. Wir müssen politisch flankiert eine Bildungswende einleiten und damit die Hinwendung zu wieder mehr Wertschätzung und Anerkennung beruflicher Ausbildung und berufspraktischer Arbeit: Nur so werden wir junge Menschen überzeugen können, sich für dieses zukunftsrelevante Berufsfeld zu entscheiden“, betonte Handwerkspräsident Wollseifer.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) und Präsident des Bayerischen Handwerkstages Franz Xaver Peteranderl unterstrich seinerseits die unverzichtbare Rolle des Handwerks als „Problemlöser“ für die vielen akuten und gewaltigen Herausforderungen. Gerade jetzt sei die IHM so wichtig „für das Handwerk als Marktplatz und Austauschforum“. Nicht zuletzt deshalb verdienten handwerkliche Messen mit Blick auf den Herbst und Winter Planungs- und Durchführungssicherheit, betonte der GHM-Aufsichtsratsvorsitzende Peteranderl in Richtung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der in seiner Grußansprache die Bedeutung des Handwerks hervorhob.

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es darum, was das Handwerk in dieser „Zeitenwende“ als Wirtschafts- und Gesellschaftsbereich bewegt und welchen Beitrag es jetzt leisten kann. Zudem wurde darüber diskutiert, was das Handwerk von der Politik erwartet, damit Handwerksbetriebe und ihre Beschäftigten ihr volles Potenzial ausschöpfen und zum Wohle des Landes und seiner Wirtschaft ausspielen können.

In der Diskussionsrunde mit Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und -klimaschutzminister Robert Habeck sowie dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder machte ZDH-Präsident Wollseifer die Erwartung des Handwerks deutlich: „Wir brauchen eine echte Bildungswende. Wir müssen die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung gesetzlich verankern, damit politische Entscheidungsträger dann künftig auch entsprechend dieser gesetzlichen Vorgabe angehalten sind, den beruflichen wie akademischen Bereich finanziell gleichwertig zu fördern und zu unterstützen.“

Wie wichtig diese politische Unterstützung für die Fachkräftesicherung im Handwerk ist, betonte Nick Zippel, Geschäftsführer des Gebäude- und Umweltbetrieb Sager & Deus GmbH aus Hamburg. Umweltwissenschaftlerin und Nachhaltigkeitsexpertin Rebecca Freitag wies darauf hin, dass Nachhaltigkeitsziele nur erreicht werden, wenn sie in der Praxis mit Leben gefüllt werden.

Auf die aktuell drängendsten Herausforderungen unserer Zeit und auf die Rolle des Handwerks dabei ging Vizekanzler Habeck dann im Anschluss an die Talkrunde in seiner Rede ein, ehe er offiziell die Internationale Handwerksmesse (IHM) 2022 eröffnete, www.ihm.de