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HANDWERK.NRW fordert zum Jahresauftakt grundlegende Veränderungen.

Düsseldorf. Zum Jahresauftakt 2024 sieht das nordrhein-westfälische Handwerk die Politik in Bund und Land in der Pflicht, die wirtschaftlichen Standortbedingungen grundlegend zu verbessern. „Deutschland steckt in einer Strukturkrise: Risiken bei der Energieversorgung, eine marode Infrastruktur, lähmende Bürokratie und ungelöste Probleme der überzogenen Staatsverschuldung. Und viele dieser Herausforderungen ballen sich in Nordrhein-Westfalen“, erklärte der Präsident von HANDWERK.NRW, Andreas Ehlert.

Als dringlich bezeichnete Ehlert eine bezahlbare und sichere Energieversorgung ein. Subventionen für wenige würden nicht helfen. Große Sorgen mache zudem die Baukonjunktur, die etwa der Hälfte der handwerklichen Umsätze ausmacht. Es müsse alles auf den Tisch, was das Bauen einfacher und preiswerter mache, so Ehlert. „Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren, einfachere Standards und weniger Belastung durch Abgaben“, sagte er. Konkret forderte er eine Absenkung der Grunderwerbsteuer und einen Verzicht auf die geplante Rohstoffabgabe.

Ein Handicap für die gesamte Wirtschaft sieht der NRW-Handwerkspräsident in der maroden Verkehrsinfrastruktur. Zudem müsse der Staat die Flucht in die Verschuldung stoppen. Sie führe am Ende zu Inflation oder zu massiven Zinsbelastungen, die Zukunftsinvestitionen erst recht vereitelten.

Ehlert forderte das Land auf, nun auch zügig die Weichen für die Wärmeplanung zu stellen, und zwar ohne Anschluss- und Benutzungszwänge bei der Fernwärme. Und schließlich solle NRW bei der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung „Nägel mit Köpfen“ machen, um zu einer ergebnisoffenen Berufsorientierung an allen Schulformen zu gelangen.

HANDWERK.NRW fordert, dass das KFW-Förderprogramm „Wohneigentum für Familien“ durch eine erneute Anhebung des Kredithöchstbetrages nachjustiert wird. Im Hinblick auf die hohen Immobilienpreise seien 170.000 bis 270.000 Euro zu wenig. Außerdem sollte der Kreis der Fördermittel-Berechtigten erweitert werden, zum Beispiel auf junge Paare, die noch keine Kinder haben. Darüber hinaus führe die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) laut HANDWERK.NRW derzeit zu Fehlanreizen, weil sie Maßnahmen zur Gebäudehülle und zur Gebäudetechnik unterschiedlich behandle. Die Fördersystematik müsse das Gebäude als System begreifen und sollte keine Unterscheidung zwischen Wärmeversorgung und Gebäudehülle machen.

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