Gemeinsam den Sprung ins Handwerk gemeistert: Die hörgeschädigte Vanessa Lazzara durchläuft bei Dennis Nabbefeld (l.) eine Ausbildung. Tom Schruff, Inklusionsberater der Handwerkskammer Aachen, hat geholfen, die Weichen dafür zu stellen und Fördergelder zu beantragen. Foto: Elmar Brandt

Vanessa Lazzara erlernt bei Nabbefeld den Malerberuf.

Von Elmar Brandt.

Heimbach. Nachdem Dennis Nabbefeld im Herbst 2022 Kontakt zur Handwerkskammer Aachen wegen der beabsichtigten Einstellung einer Auszubildenden aufgenommen hatte, ging alles recht schnell. Tom Schruff, damals ganz neu als Inklusionsberater bei der Kammer eingestellt, und sein Vorgänger Henning Sybertz fuhren nach Heimbach und besuchten den Betriebsinhaber. Dieser hatte nämlich vor, eine junge Frau mit einer starken Hörbeeinträchtigung anzulernen. Und das gelingt ihm derzeit ganz hervorragend.

Zunächst einmal ging es darum, zu ermitteln, was für den Betrieb wichtig war, damit die Ausbildung der jungen Frau mit Handicap funktionieren könnte. Vanessa Lazzara ist fast taub, kann aber dank eines Cochlea-Implantats die Stimmen anderer Menschen in entsprechender Umgebung gut verstehen und auch selber gut sprechen. Tom Schruff und sein Kollege brachten viele Informationen mit. Und sofort war klar, dass es tolle Fördermöglichkeiten gibt, wie zum Beispiel die Möglichkeit, einen Antrag auf Ausbildungsprämie im Rahmen der „Aktion Inklusion“ vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) zu stellen.

Angefangen hat die Geschichte der 20-jährigen Vanessa Lazzara beim Malerbetrieb Nabbefeld damit, dass ihr Vater angefragt hatte, ob sie mal zum Probearbeiten kommen könnte. Denn die junge Frau ist sehr kreativ, zeichnet, malt und gestaltet gerne. Schon im Praktikum funktionierte die Zusammenarbeit gut, und Dennis Nabbefeld war relativ schnell sicher, dass das mit der Ausbildung funktionieren kann. „Sie ist sehr fleißig und war von Anfang an sehr interessiert“, erzählt er von seinen ersten Eindrücken. Mit der Zeit habe er gelernt, in welcher Umgebung die Kommunikation aufgrund der Behinderung schwieriger sei und wie man den Arbeitseinsatz der Auszubildenden organisieren müsse. Aufgrund der äußeren Umstände und der Lärmkulisse ist sie nicht an jeder Baustelle gut aufgehoben. Und sie soll selbstverständlich bei ihrer Arbeit nicht einem Risiko ausgesetzt werden. Hier hat Nabbefeld mit seinen Mitarbeitern sehr gute Wege gefunden.

„Es ist anstrengend, aber es macht auch großen Spaß“, sagt Vanessa Lazzara über ihren Arbeitsalltag. Sie wird zusätzlich betreut von einer Integrationshelferin, die sich um ihre Belange und Organisatorisches kümmert. In Blöcken von zweimal acht Wochen pro Lehrjahr hat Vanessa Lazzara Berufsschulunterricht im Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen (LVR-Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation). In dieser Zeit wohnt sie auch im Ruhrgebiet. Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung besucht sie so wie alle anderen Malerlehrlinge im Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen. In ihrem Kurs sind fünf Frauen und Männer. Ihre Ausbildung dauert drei Jahre.

„Vanessa passt super in unser Team. Sie ist sehr gut integriert“, freut sich Dennis Nabbefeld. Er ist dankbar für das „Komplettpaket“, das er durch die Unterstützung der Handwerkskammer erhalten habe, und glücklich, dass er die Ausbildung seiner hörgeschädigten Auszubildenden vollwertig realisieren könne. Für ihn ist klar, dass es nicht nur wegen des Fachkräftemangels, sondern auch wegen der wichtigen Integration von Menschen mit Behinderung sehr sinnvoll ist, diese für Einstellungen und Übernahmen in den eigenen Betrieb in den Blick zu nehmen.

Dennis Nabbefeld, der 2009 in Heimbach seinen Betrieb gründete, ist sehr froh, dass er diesen Schritt gegangen ist und in Vanessa Larazza so eine engagierte Mitarbeiterin hat. Er kann anderen Betriebsinhabern nur empfehlen, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben und sich für die Umsetzung im beruflichen Alltag die Unterstützung der Handwerkskammer Aachen zu holen.

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