„WIRtschaft für Europa“

„Diesmal gehe ich wählen, weil…“ In Zeitungen, Fernsehen, Radio, Internet, in persönlichen Gesprächen und auch in dieser Ausgabe der „Handwerkswirtschaft“ fällt der Satz seit einigen Wochen immer häufiger. Das ist gut, denn es zeigt, dass die Menschen sich auf unterschiedliche Weise mit Europa beschäftigen.

Denn am 26. Mai bestimmt jeder Einzelne von uns mit seiner Stimme, welche Politiker im EU-Parlament sitzen. Und damit geben wir unserem vergleichsweise kleinen Deutschland auch eine Stimme und Mitspracherecht gegenüber großen, mächtigen Ländern wie den USA, Russland oder China. Wir brauchen eine starke EU, sonst verliert Europa den Anschluss an die Weltwirtschaft, wird vom Gewinner zum Verlierer.

Wir alle brauchen auch eine starke Europäische Union, weil sie Sicherheit, Stabilität, Wohlstand bietet. Und ganz wichtig: Frieden! Die meisten von uns halten Demokratie für selbstverständlich, aber sie ist immer stärker in Gefahr, weil populistische Splitterparteien Europa schaden wollen.

Das Aachener Karlspreisdirektorium setzt an dieser Stelle ein wichtiges Zeichen, in dem es UN-Generalsekretär António Guterres  mit dem Karlspreis 2019 auszeichnet. Guterres setzt auf die Zusammenarbeit der Völker, denn er fasst die großen Probleme unserer Welt als Gemeinschaftsaufgabe auf. Er kämpft gegen Abschottung und Protektionismus.

Wir in Europa stehen vor vielen Herausforderungen, von der Migration bis zum Klimawandel, von der Jugendarbeitslosigkeit bis zum Datenschutz. Wir leben in einer Welt, die immer stärker globalisiert ist und in der es immer mehr Wettbewerb gibt.

Was heißt das für die Wirtschaft und folglich fürs Handwerk? Die Europäische Union ist nicht nur ein komplexes Verwaltungs-und Meinungsfindungssystem, sondern vor allem eine Friedensgemeinschaft. Der Binnenmarkt bringt wirtschaftlich große Vorteile. Für die meisten Handwerksbetriebe wären Geschäfte im europäischen Ausland ohne die EU kaum möglich. Je mehr Handwerker wählen gehen, desto größer sind die Möglichkeiten, die EU-Politik der kommenden Jahre im Sinne des Handwerks mit zu gestalten.

Rund 60 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen in die anderen EU-Mitgliedsstaaten. Viele Millionen Arbeitsplätze in der Bundesrepublik hängen am grenzüberschreitenden Handel. Somit ist ein intakter Binnenmarkt Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft und unseren Wohlstand.

Es ist sehr gut, dass die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft erst letzte Woche einen gemeinsamen Appell verfasst haben unter dem Titel „WIRtschaft für Europa“. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sehen Europa als Teil unserer aller Identität. Bei der Wahl zum Europäischen Parlament geht es um die Zukunft Europas, um unsere Zukunft.

Es bleibt viel zu tun, um unseren Wirtschafts- und Lebensraum zukunftsfest zu machen. Mit unseren Stimmen können wir für ein sicheres, lebenswertes und verantwortungsvolles Europa beitragen.
Und noch ein Klick-Tipp: Einige Menschen wissen nicht, was die EU für sie und ihre Heimat leistet. Unter www.das-tut-die-eu-für-mich.eu finden Interessierte einen Überblick, wo auch in ihrem direkten Lebensumfeld Gutes durch die Arbeit oder die Finanzierung der EU entstanden ist. Da gibt es tolle Beispiele aus der Städteregion Aachen, den Kreisen Heinsberg, Euskirchen und Düren.