Taten folgen lassen

In München war mal wieder Handwerksmesse. Und es ist üblich, dass sich dort die Politik in vielfacher Weise präsentiert. Das ist berechtigt und gut, weil es einerseits das Handwerk gut in Szene setzt und andererseits die angemessene Wertschätzung erkennen lässt.

Erfreulich waren diesmal die vielen, für das Handwerk durchaus positiv zu verstehenden Statements von ranghohen Politikern. Diesen Worten, die bei so einer Messe natürlich sehr wohlwollend geäußert werden, müssen allerdings auch dringend Taten folgen, denn die Konjunktur schwächt sich langsam aber sicher ab.

Zum Beispiel die Förderung der energetischen Gebäudesanierung: ein Dauerthema. Ein Reizthema. Schon mehrere Anläufe sind im Bundesrat gescheitert. Ein Vertreter der Länder, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, hat sich in München bei seinem Heimspiel ganz klar für eine staatliche Unterstützung ausgesprochen, auf die das Handwerk gefühlt seit einer Ewigkeit wartet. Das ist gut, denn die Sanierungsquote in Deutschland ist erschreckend niedrig und Sanierungsmaßnahmen – da hat Söder völlig Recht – würden im Hinblick auf Ressourcenschonung und Klimaschutz deutlich mehr bringen als restriktive Fahrverbote für Fahrzeuge.

Hilfe statt Sanktion
In Sachen Bürokratie sprach sich Söder für mehr Hilfe statt Sanktionen aus. Dieser Appell sollte auf allen politischen Ebenen, ob in Europa, national, auf Landes- oder kommunaler, gelten und verfolgt werden. Die neue Europäische Datenschutz-Grundverordnung hat gezeigt, welche fatalen Auswirkungen zu eng gefasste Vorgaben haben können. Da tut es gut, von Söder zu hören, dass er gegen extreme Bußgelder, gegen wüste Abmahnwellen und Drohungen ist und viel mehr das Gespräch mit den Unternehmen in den Vordergrund stellt als sie abstrafen zu wollen.

Die Unternehmer, vor allem die jungen, hat auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Blick. Er will sie stärker unterstützen und fördern, denn Handwerksunternehmer tragen, wie er richtig bemerkt, zum Gemeinwohl bei, zur Versorgung der Menschen und zu ihrer Lebenssicherung. Dies zu erhalten und regionale Strukturen zu sichern sei wichtiger als kapitalistische, globale Entwicklungen einfach durchgehen zu lassen. In vielen Ländern dieser Welt sehen das die Regierenden leider zum Teil ganz anders. Für Deutschland sind die Aussagen von Altmaier und Söder gute und wichtige Signale, denen jetzt auch Taten folgen müssen. Ein guter Anfang wäre zum Beispiel, die Fortbildung zum Handwerksmeister kostenfrei zu stellen, so wie ein Studium, das auf dem gleichen Qualifikationsniveau liegt.