Hauptsache gesund

Ganz Deutschland spricht vom Fachkräftemangel. In ganz Deutschland wundern sich Privatverbraucher und öffentliche Auftraggeber, warum sie plötzlich keinen Handwerker mehr bekommen. Im gesamten Bundesgebiet gibt es Unternehmen, die ihre Teams erweitern wollen, um mehr Aufträge annehmen zu können. Sie finden keine Leute. Merken Sie was? Es geht immer um Menschen. Um Mitarbeiter. Um Personen, die die Arbeit tun können.

Der ehemalige Fußballprofi Marcell Jansen hat es bei einer Veranstaltung zum Thema „Gesundes Handwerk“ in der Handwerkskammer schön gesagt: „Geld hat keine Energie. Geld ist eben Geld.“ Er wollte damit sagen, dass es längst an der Zeit ist, nicht nur auf die nackten Zahlen zu schauen, sondern darauf, dass es den eigenen Mitarbeitern gut geht. Dass sie gesund bleiben und gesünder werden. Denn nur mit qualifiziertem und produktivem Personal bleiben Unternehmen wettbewerbsfähig. Die Beschäftigten, ihre Gesundheit und Zufriedenheit sind heute wichtiger denn je.

Leute fit halten
Für Arbeitgeber heißt das ganz klar, dass sie Maßnahmen ergreifen müssen, um ihre Leute fit zu halten. Sie müssen darüber hinaus die Arbeitsplätze attraktiv halten. Sie müssen bei allem, was sie von ihren Mitarbeitern verlangen dürfen, sie motivieren und bei Laune halten. Denn wer unzufrieden ist, kann gerade in einer Zeit der Hochkonjunktur schnell mal den Arbeitgeber wechseln.

Es gibt viele Unternehmen, die mit der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements gute Erfahrungen gemacht haben. Sie setzen Zeichen, dass ihnen der Erhalt der Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten wichtig ist. Damit punkten sie bei ihnen.

Ganz wichtig ist es, mit seinen Mitarbeitern im Gespräch zu sein, sie zu fragen, wo es Probleme gibt und diese ernst zu nehmen. Sie müssen eingebunden werden in Überlegungen und Veränderungsprozesse. Sie müssen Ideen liefern dürfen, die berücksichtigt werden. Das alles stärkt Motivation und Zufriedenheit.

Soziale Kompetenz
Die Bewältigung von Stress, von emotionalen Belastungen und von familiären Anforderungen hat eine immer größere Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass Arbeitgeber mithelfen, dass ihre Mitarbeiter die Aufgaben, die sich ihnen stellen, gut bewältigen können. Verständnis, wertschätzende Kommunikation, soziale Kompetenz und Offenheit sind wichtig und möglich, ohne dass Führungskräfte dabei an Autorität verlieren.

Ein Unternehmer muss sich im Klaren sein, dass er Maschinen, Material, Fahrzeuge oder Werkzeug immer neu einkaufen kann. Mitarbeiter gibt es dagegen in keinem Geschäft. Auch wenn die Digitalisierung einige Arbeitsprozesse erleichtert und zum Teil Arbeit von Menschen ersetzen wird, sollte vor allem Handwerksbetrieben bewusst sein, dass ein Großteil von dem, was Gesellen und Meister beherrschen, immer noch ausschließlich durch körperliche Beschäftigung zu leisten ist.