Gemäß dem Motto „Als Öcher Europäer fier ich jeär övverall, mär nüüß es föör mich schönner als Öcher Karneval!“
Foto: Georg Comouth

Alaaf mit feiner Handwerkskunst!

Die Aachener Goldschmiede Comouth hat zum vierten Mal die Insignien des Öcher Karnevalsprinzen entworfen und angefertigt – „Klenkes“ und Europa

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Oche. Bereits zum vierten Mal ist die Goldschmiede Comouth (Aachen) beauftragt worden, die Insignien für den amtierenden Karnevalsprinzen der Stadt Aachen zu entwerfen und anzufertigen. Wie in den vergangenen Jahren sind die Entwürfe ganz individuell auf den Prinzen (Tom I., Foto: Elmar Brandt) respektive sein Motto zugeschnitten und in enger Abstimmung mit dem Senat des Aachener Karnevalsvereins (AKV) und dem Hofmarschall entstanden.

Ordenskette
Zentrum der prinzlichen Kette ist immer der Orden Seiner Tollität. Da der diesjährige Prinzenorden reich an Motiven und Inhalten ist, sollte die Kette zurückhaltend sein, andererseits aber dennoch das Motto des Prinzen darstellen. Darüber hinaus sollten zehn Elemente die Mitglieder des Hofstaats symbolisieren.

Gemäß dem Motto „Als Öcher Europäer fier ich jeär övverall, mär nüüß es föör mich schönner als Öcher Karneval!“ sollte das Thema „Europa“ in die Gestaltung einfließen. Die Sterne der Europa-Flagge, die auch im Layout und Sommer-Outfit des Prinzen zu finden sind, erscheinen auch in der Ordenskette. Es sind genau zehn, für jedes Mitglied des Hofstaats einer, jeweils mit graviertem Namen. Umgeben werden die Sterne jeweils durch einen Kreisring, der bereits gestaltendes Element im Motiv des Prinzen (zum Beispiel im Sommer-Pin und im Benefizorden) war. An den Ringen werden dann auch die beiden Stränge Ankerkette eingehängt. Die Kette ist aus vergoldeter Gelbbronze und 925er Sterlingsilber gefertigt, wiegt ohne Orden etwa 140 Gramm. Der Arbeitsaufwand für die Kette lag laut Comouth bei 22 Stunden.

Zepter
Wie bei der Kette nimmt das Zepter thematisch das Motto des Prinzen auf: Zum einen ziert der Text das Griffstück. Mittels Laser wurde der Mottospruch in die beiden äußeren Zargen graviert. Zum anderen kommt das Thema bildlich im Kopfstück zum Vorschein, und zwar mit zwei Schwerpunkten, dem „Klenkes“ für Aachen und dem Sternenkranz für Europa.

Der Klenkes ist vollplastisch in Wachs modelliert und dann im Wachsausschmelz-Verfahren in Gelbbronze gegossen worden. Er thront selbstverständlich und auch selbstbewusst auf dem Zepter, zeigt sich aber zugleich als Teil Europas, in dem er Teil des Sternenkranzes wird. Der Kranz ist komplett von Hand aus Sterlingsilber und Gelbbronze montiert und beidseitig „motiviert“. Er trägt wie die Kette zehn Sterne für den Hofstaat. Um die Farbigkeit der Europaflagge aufzugreifen, sind die Sterne gelb vergoldet und der Grund blau lackiert.

Das obere Endstück trägt zum einen dieses plastische Motiv, zum anderen dient es als Gegenstück beim Verschrauben des Stabes bei der Gesamtmontage. Dieser Schaft setzt sich aus zwei Zargen zusammen. Im oberen Bereich zeigt er die Stadt-Silhouette, eines der Motive im Logo des Prinzen, im darunter liegenden Ring ist der Name des Prinzen mit der Jahreszahl graviert. Und wenn man genau hinschaut, zeigt sich dort der elfte Stern.

Im unteren Endstück ist der Senat des AKV als Stifter verewigt. Das Aachener Stadtwappen und das Signum des AKV vervollständigen die Gravur dieses Bandes. Um besser erkennbar zu sein, sind alle Gravuren mit Lack eingeschwärzt.

An Kopf- und Griffstück sind innen Vierkantbolzen montiert, die in die jeweiligen Aussparungen der Rohre passen. Durch diese Steckverbindungen sind alle Elemente so fixiert, dass sie sich beim Zusammenschrauben nicht mitdrehen. Zusammengehalten wird das Zepter letztlich durch eine inliegende Gewindestange.

Beim Zepter wurden vergoldete Gelbbronze, versilbertes beziehungsweise vergoldetes Messing und zum Teil oxidiertes beziehungsweise lackiertes 925er Sterlingsilber verwendet. Das Gewicht beträgt etwa 650 Gramm, die Arbeitszeit lag laut Goldschmiede bei etwa 50 Stunden.

Goldschmiedemeister Georg Comouth freut sich, dass der amtierende Prinz nun wieder mit Insignien durch Säle und Straßen zieht, „in denen ganz viel hochwertige Handwerkskunst steckt“. Zusätzlich zu seiner Arbeit hat Comouth die einzelnen Produktionsschritte in einer Broschüre in Wort und Bild festgehalten. Ein solches Exemplar schenkte er dem Prinzen beim feierlichen Empfang in der Werkstatt der Goldschmiede. Dazu ertönte dann selbstverständlich ein dreifaches kräftiges „Oche Alaaf“.