Für Unternehmer und Arbeitnehmer gibt es 2019 einige Veränderungen. Foto: fotolia

Das ändert sich in 2019

Steuer-Check: Entlastung und veränderte Beiträge

Berlin. Wie in jedem Jahr werden sich auch 2019 wieder zahlreiche Rechengrößen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht ändern. Familien dürfen sich über etwas mehr Kindergeld freuen. Unternehmer müssen sich auf neue Regeln im Online-Handel und beim Verkauf von Gutscheinen einstellen. Besonderen Wert legt der Gesetzgeber im kommenden Jahr auf einen umweltfreundlichen Arbeitsweg und fördert elektrische Dienstwagen, Diensträder und das Jobticket.

Beim Einkommensteuertarif werden die Eckwerte leicht angehoben. Damit soll dem Effekt der kalten Progression entgegengewirkt werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift daher künftig bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 55.961 Euro (2018: 54.950 Euro). Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 265.327 Euro (2018: 260.533 Euro) gilt der sogenannte Balkonsteuersatz von 45 Prozent. Bei zusammenveranlagten Ehegatten verdoppeln sich die Beiträge.

Höherer Kinderfreibetrag

Mit dem Kinderfreibetrag soll Eltern ein bestimmter Teil des Einkommens steuerfrei belassen werden, um das Existenzminimum ihrer Kinder abzusichern. Der sächliche Kinderfreibetrag erhöht sich im Jahr 2019 um 96 Euro auf 2.490 Euro pro Kind und Elternteil. Der Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf bleibt unverändert bei 1.320 Euro pro Kind und Elternteil bestehen. Insgesamt wird einem Elternpaar pro Kind im Jahr 2019 also ein Kinderfreibetrag von 7.620 Euro gewährt. Das Kindergeld wird ab dem 1. Juli 2019 um 10 Euro je Monat und Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind beträgt es damit monatlich jeweils 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235 Euro. 

Bestimmte Arbeitgeberleistungen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes können bis zu 500 Euro im Jahr steuerfrei bleiben. Künftig sind Leistungen des Arbeitgebers zur verhaltensbezogenen Prävention allerdings nur noch dann von der Lohnsteuer befreit, wenn die Maßnahme entsprechend zertifiziert ist. Die Regelung gilt für neue Maßnahmen ab dem Veranlagungszeitraum 2019. Für bisher nicht zertifizierte Gesundheitsmaßnahmen, die vor 2019 begonnen haben, gilt die neue Regelung erstmals für Sachbezüge, die nach dem 31. Dezember 2019 gewährt werden.

Der Staat unterstützt künftig wieder das umweltfreundliche Verhalten auf dem Weg zur Arbeit: Erhalten Beschäftigte von ihrem Arbeitgeber Tickets oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr, ist das ab 2019 wieder steuerfrei. Voraussetzung ist, dass das Ticket beziehungsweise der Zuschuss zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Arbeitslohn gewährt wird. Im Gegenzug wird allerdings die Entfernungspauschale bei den Arbeitnehmern entsprechend gekürzt.

Ab 2019 entfällt die Unterscheidung zwischen Wertgutscheinen und Warengutscheinen. Stattdessen soll – entsprechend der EU-Richtlinie – eine Unterscheidung nach Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen erfolgen. Stehen bereits bei Gutscheinausstellung der Ort der Leistung und die für den Umsatz geschuldete Steuer fest, handelt es sich um einen Einzweck-Gutschein (zum Beispiel Gutschein über einen konkreten Gegenstand oder eine konkrete Dienstleistung). Hier muss die Umsatzsteuer nach dem Verkauf des Gutscheins ans Finanzamt abgeführt werden. Die spätere Einlösung des Gutscheins ist folgerichtig dann nicht mehr steuerbar. Bei allen anderen Gutscheinen – bei denen zum Zeitpunkt der Ausstellung nicht alle Informationen zur Bestimmung der Umsatzsteuer vorliegen, handelt es sich um Mehrzweck-Gutscheine. Hier unterliegt erst die Einlösung des Gutscheins der Umsatzsteuer. Die Änderung gilt für alle Gutscheine, die nach dem 31. Dezember 2018 ausgegeben werden. 

Ab 2020 dürfen Unternehmer, die elektronische Kassen verwenden, grundsätzlich nur noch solche Kassen im Geschäft einsetzen, die mit einer sogenannten zertifizierten Sicherheitseinrichtung ausgerüstet sind. Hierdurch sollen Kassenmanipulationen verhindert werden. Übergangsweise dürfen Registrierkassen, die nach dem 25. November 2010 und vor dem 1. Januar 2020 angeschafft wurden und nicht entsprechend mit einer Sicherheitseinrichtung nachrüstbar sind, bis zum 31. Dezember 2022 weiter im Unternehmen eingesetzt werden. Vorausgesetzt, die Kassen können die Daten einzeln aufzeichnen und die Daten sind während der Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar.

Unternehmer müssen außerdem zum Beispiel Geschäftsbücher, Inventare, Bilanzen und sonstige zu führende Bücher zehn Jahre lang aufbewahren. Auch digitale Aufzeichnungen müssen zehn Jahre lang gespeichert werden. Empfangene oder abgesandte Handels- und Geschäftsbriefe müssen grundsätzlich sechs Jahre lang aufbewahrt werden. 

Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung sinkt von 3 auf 2,5 Prozent. In der Pflegeversicherung wird der Beitragssatz von bisher 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent bei Kinderlosen um 0,5 Prozentpunkte steigen, so dass er ab 2019 bei 3,05 beziehungsweise 3,3 Prozent liegt.