Überreichte WKS-Isolierer Udo Dohlen (rechts) das begehrte Sicherheitszertifikat nach intensiver Vorbereitungszeit: Hans-Willi Victor von der BG BAU.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

Das hat System!

Dohlen Isoliertechnik arbeitet mit Arbeitsschutzmanagementsystem

Arbeitssicherheit

Stolberg. Wer heute als Unternehmer der Bauwirtschaft im Wettbewerb bestehen möchte, braucht ein effektives Arbeitsschutzmanagementsystem. AMS BAU, das System der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, bietet den Betrieben Unterstützung beim Aufbau einer wirksamen Arbeitsschutzorganisation. Das praxisorientierte Konzept, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, legt den Schwerpunkt auf sichere und gesunde Arbeitsplätze.

Eines von über 1.000 Unternehmen, die AMS BAU bereits eingeführt haben, ist Dohlen Isoliertechnik in Stolberg. Hans-Willi Victor von der BG BAU überreichte Udo Dohlen, dem Chef der Firma, das begehrte Sicherheitszertifikat nach einer intensiven Vorbereitungszeit. „1.000 Betriebe hört sich viel an, aber 1.000 von 500.000 möglichen, das ist noch Luft nach oben“, so Victor. Auf jeden Fall sei Dohl der erste Handwerksbetrieb in Stolberg mit dem System und auch einer der ersten in Aachen.

„Was sicher ist, ist erfolgreich“, ist Betriebsinhaber Dohlen überzeugt, und so war es für den Wärme-, Kälte- und Schallschutzisoliermeister (WKS-Isolierer) schon fast selbstverständlich, seinen Betrieb entsprechend aufzustellen. In einer anderthalbjährigen Vorbereitungszeit für die Zertifizierung wurden laut Dohlen alle Sinne geschärft. Seine Mannschaft sei überaus motiviert gewesen. „Ich finde es sehr wichtig, sich vernünftig aufzustellen, weil es um die Sicherheit jedes einzelnen Mitarbeiters geht“, betont der Isoliermeister. Keine Arbeit sei so wichtig, als man sie nicht sicher und gesund ausführen könne.

Das Arbeitsschutzmanagementsystem ist speziell auf die Belange der jeweiligen Gewerke zugeschnitten. Die Einführung enthält elf Arbeitsschritte, die in die betrieblichen Strukturen und Abläufe integriert werden. Dazu steht ein leicht verständlicher und anwenderfreundlicher Handlungsleitfaden zur Verfügung. Zudem profitieren die Mitgliedsunternehmen von der langjährigen Erfahrung und Qualifikation der Berater der Berufsgenossenschaft.

Die Experten unterstützen die Unternehmen beim Einbau von AMS BAU in die betriebliche Organisation. „Man darf nicht außer Acht lassen, dass das Ganze schon Zeit, Arbeit und Geld kostet, das macht man nicht mal eben so aus der Hüfte“, betont Dohlen. So war der Handwerker froh, Hans-Willi Victor als Experten an seiner Seite zu wissen. Darüber hinaus hat sich der Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer extern den Sicherheitsingenieur Gerhard Offermanns ins Boot geholt. „Der Externe ist kein Muss, war aber für mich eine zusätzliche Sicherheit“, so Dohlen.

„Das ist kein Produkt, was im Ordner landet, also nur dokumentiert wird. Arbeitsschutz muss in die Köpfe und Hände, er muss gelebt werden, und er ist ein kontinuierlicher Prozess“, betont Victor. Unternehmen, die ihren Arbeitsschutz effektiv organisieren, haben unfall- und störungsfreiere Betriebsabläufe, das zeige die Erfahrung.

Dokumentiert sein will der Prozess dann aber doch. „15 blaue Ordner voller Dokumentation – wir nennen es die blaue Ecke“, zeigt Isoliermeister Udo Dohlen lachend ins Büro seines Betriebes. Entsprechend positiv ist auch der Begutachtungsbericht ausgefallen: keine Verbesserungsvorschläge. „Es ist alles top hier! Das ist schon ungewöhnlich, denn meistens gibt es was zu beanstanden unsererseits, zumindest Kleinigkeiten“, so Victor.

Das in die betrieblichen Abläufe eingebaute System soll sich natürlich in der Praxis bewähren und Prüfungen standhalten. Die Fachleute der BG BAU begutachten daher nach der Einführung des Arbeitsschutzmanagementsystems die Organisation des Arbeitsschutzes. Wenn alles stimmt, bekommt das Unternehmen eine Bescheinigung, die drei Jahre lang gültig bleibt. Betriebe, die innerhalb der Regelbegutachtungszeit von drei Jahren erfolgreich wieder begutachtet werden, erhalten eine Prämie von 1.000 Euro.