Ein Patentrezept in Sachen Geldanlage gibt es nicht, jeder Sparer hat eigene Wünsche und Erwartungen. Dem Sparschwein sollte man sein Kapital zumindest nicht überlassen.
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Die Babyboomer und ihre Finanzen

Generation 50plus sollte in Sachen Geld einiges beachten

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Hamburg. Mit knapp 1,4 Millionen Geburten erreichte der Babyboom 1964 seinen Höhepunkt. Auch in den Jahren davor und danach kamen viele Kinder zur Welt – die Zahl der Neugeborenen lag in Deutschland stets bei über 1,1 Millionen. Inzwischen sind die Babyboomer zu unseren heutigen Best Agern gereift, denn sie alle haben ihren 50. Geburtstag längst gefeiert. Die Kinder sind selbstständig und aus dem Haus und so mancher verfügt über beträchtliche Mittel – die Früchte seines Arbeitslebens oder etwa aus einer Erbschaft. Das ist nun die beste Gelegenheit, die Weichen in Sachen Geldanlage noch einmal neu zu stellen.

Gerade wer Geld mittel- und langfristig neu anlegen will, sollte nicht alle Eier in einen Korb legen. Der Königsweg ist die richtige Mischung von Anlagen verschieden langer Laufzeiten und Risikoklassen.
In Frage kommen beispielsweise Aktien, Fest- und Tagesgeld, Investment- und Immobilienfonds. Wie viel Gewicht die einzelnen Bestandteile fällt, hängt vom Anlagevolumen, vom Alter und natürlich auch vom Risikotyp des Sparers ab. Perspektivisch muss das Rendite-Risiko-Verhältnis zum Anleger passen, er sollte keine schlaflosen Nächte haben, allerdings auch keine Rendite verschenken.

Für den kurzfristigen Kapitalbedarf – etwa für die Renovierung der Immobilie – sollte Geld auf einem Giro- oder Festgeldkonto verfügbar sein, allerdings bekommt man dafür kaum noch Zinsen, die Inflation frisst das Ersparte langsam auf. Deshalb sollte diese Anlage nur kurzfristig sein. Langfristige Anlagen bringen dagegen in der Regel eine deutlich höhere Rendite, das Gesamtkapital bleibt erhalten beziehungsweise kann sich sogar vermehren und damit auch gut vererbt werden.

Umweltfreundliche Geldanlagen im Wachstumsmarkt der erneuerbaren Energien sind derzeit außergewöhnlich attraktiv. Man muss als Anleger nicht auf Rendite verzichten – und kann gleichzeitig etwas für die Umwelt tun. Das Spektrum reicht von Windrädern über Solar- und Biogasanlagen bis hin zu energieeffizienten Immobilien.

Bei Sachwertanlagen muss der Anleger zwar keinen schleichenden Kapitalverlust aufgrund der Geldentwertung wie bei Tages- oder Festgeld fürchten. Dennoch kann es auch hier zu Kapitalverlusten kommen, da das Investment vom Erfolg des Projekts oder Unternehmens abhängt. Vor den Risiken einer „Blase gestrandeter Vermögenswerte“ hat erst kürzlich wieder der US-Starökonom Jeremy Rifkin gewarnt. Rifkins Warnung bezog sich auf Geschäftsmodelle, die auf fossiler Energie beruhen und aufgrund der internationalen Klimaschutzbemühungen nicht zukunftsfähig seien.