Ein Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: leichteres Anwerben ausländischer Fachleute

Fachkräftevermittlung

Aachen. Der Bundestag hat beschlossen, die Möglichkeiten für die Einwanderung qualifizierter Arbeitnehmer zu erweitern. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz  ermöglicht Fachkräften mit Berufsausbildung aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten), künftig leichter nach Deutschland einzuwandern. Es bietet auch Vorteile für Handwerksbetriebe.

Das Gesetz wird voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft treten. Die abschließende Ausfertigung durch den Bundespräsidenten steht noch aus. Durch die neuen Regeln können geschulte Arbeitskräfte aus dem Ausland einfacher Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt fassen. Unqualifizierten oder Niedrigqualifizierten bietet das Gesetz keine neuen Möglichkeiten für einen Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland.  

Zunächst befristet für die Dauer von fünf Jahren soll es Menschen mit Berufsausbildung ermöglicht werden, sich zur Arbeitssuche bis zu sechs Monate in Deutschland aufhalten zu können. Sie benötigen dafür einen Nachweis, dass ihr Lebensunterhalt während dieses Aufenthaltes gesichert ist. Anspruch auf Sozialleistungen haben sie in dieser Zeit nicht.

Verbessert werden außerdem die Möglichkeiten, sich in Deutschland mit dem Ziel weiter zu qualifizieren, den ausländischen Abschluss anerkennen zu lassen.

Auch die Option, in Deutschland einen Ausbildungsplatz zur suchen, wird vereinfacht.  Interessierte Ausländer müssen nicht – wie ursprünglich vorgesehen – einen Schulabschluss vorweisen, der zum Studium in Deutschland berechtigt. Es genügt ein Abschluss, der ein Studium im Heimatland ermöglicht.

Das neue Gesetz sieht zudem einen Aufenthalt zur Nachqualifizierung und Anerkennung einer im Ausland erworbenen Qualifikation mit bereits paralleler Beschäftigung im avisierten Beruf vor, wenn zur Anerkennung der Qualifikation nur geringe, insbesondere berufspraktische Teile fehlen.

Insgesamt ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ein wichtiger Schritt zu einer modernen Zuwanderungspolitik, von dem auch das Handwerk profitiert. Die Anerkennung  ausländischer Abschlüsse, für die die Handwerkskammern schon seit 2012 gesetzlich zuständig sind, wird künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen und für Fachkräfte aus Drittstaaten der Schlüssel für den deutschen Arbeitsmarkt sein.

Info: Weitere Fragen zum Einwanderungsfachkräftegesetz und Anerkennungsverfahren beantwortet bei der Handwerkskammer Aachen Georg Stoffels, Geschäftsführer Geschäftsbereich 1, Recht, Prüfungen, Berufsbildung, Tel.: +49 241 471-117,  georg.stoffels(@)hwk-aachen.de.