Familienfreundliche Arbeitgeber: Evelyn Myrenne (M.) und Karl-Heinz Backes freuen sich über das zum Siegel gehörende, von Prof. Dr. Christiane Vaeßen überreichte, Schild.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt

Eine glatte Eins für Myrenne

Roetgener Betrieb hat Siegel erworben – Es soll möglichst allen „gut gehen“

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Roetgen. Gerda Köster ist Beraterin und Prüferin. Sie hat die Myrenne GmbH in Roetgen bei der Bewerbung um das Siegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ begleitet und dabei festgestellt, dass das Unternehmen im Hinblick auf Vereinbarkeit von Privatem und Beruf sehr gut aufgestellt ist. Wie ist der Betrieb zur Zertifizierung gekommen?

Gerda Köster sagt, dass es zunächst nicht darauf ankommt, eine Vielzahl an Aufgaben aufzulisten, die nun zu erfüllen seien. Wichtig sei vielmehr, herauszufinden, was es im Unternehmen brauche, und Aktivitäten für die nächsten drei Jahre festzulegen. In Kooperation mit der Betriebsführung hatte Köster einen Bogen mit 75 Fragen erarbeitet, den alle Mitarbeiter beantworteten. Daraus ergaben sich Anstöße, die das Unternehmen nun zur weiteren positiven Entwicklung nutzen will.

Basis für Erfolg
Die Myrenne GmbH besteht seit 1976. Das Unternehmen, das einst in der heimischen Garage die ersten Schritte unternahm, wird von Evelyn Myrenne und Karl-Heinz Backes in zweiter Generation geführt. Derzeit beschäftigt es 32 Mitarbeiter, 75 Prozent davon sind Männer. Aber dennoch spielt Familienorientierung im Betrieb eine sehr wichtige Rolle.

„Ich führe das fort, was meinen Eltern wichtig war“, sagt Evelyn Myrenne, nämlich nach Möglichkeit zu erreichen, dass „es allen gut geht“. Myrenne ist überzeugt, dass das die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist. Wenn Kinder krank sind, wenn individuell Urlaub beantragt wird, sind die Verantwortlichen kooperativ. Außerdem werden mögliche Belastung und Überforderung thematisiert und vorbeugende Maßnahmen ergriffen.

Es darf auch mal früher angefangen oder eher aufgehört oder spontan ein Tag freigenommen werden. Ebenso stehen Business-Bikes zur Verfügung, Ausbildung hat eine große Bedeutung, das Unternehmen engagiert sich bei Aktionen wie dem „Girls‘ Day“ zur Nachwuchsgewinnung. Gerda Kösters Urteil ist herausragend: „eine glatte Eins“.

Zum wirtschaftlichen Erfolg trägt laut Karl-Heinz Backes auch der gute Teamgeist bei. „Es braucht Freundlichkeit, auch im Maschinenraum“, sagt Backes, die Kollegen würden sich gegenseitig helfen. So könnten Termin- und Preisdruck besser bewältigt und auch eine höhere Kundenfreundlichkeit erreicht werden.

Unternehmen, die familienfreundlicher werden wollen, sollten „ein Gespür für Menschen haben“, sagt Professorin Dr. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin Region Aachen – Zweckverband. Ihre Verantwortlichen in der Führung sollten „das Herz auf dem rechten Fleck haben“.

Seltener krank
Wer seine Mitarbeiter auf der einen Seite entlastet, kann auf der anderen Seite mit einer besseren Arbeitsleistung und weniger Krankheitsausfällen rechnen. So können Unternehmen ihre Beschäftigten zum Beispiel mit Wäsche-, Bügel oder Einkaufsservices entlasten. Listen und Termine lassen sich online erstellen und vereinbaren. Oft helfen schon die richtigen Informationen entscheidend weiter. Und Auskünfte zum Mitnehmen wirken imagefördernd auch außerhalb des Unternehmens. So können Arbeitgeber zum Beispiel Infos über Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen sammeln und bereitstellen – oder eine Liste mit Kontaktdaten zu Dienstleistern, Reinigungspersonal oder Hausmeister- und Gartenservices aufsetzen, bekanntmachen und für Anfragen bereithalten.

Darüber hinaus machen den Arbeitgeber auch finanzielle Sozialleistungen attraktiv, sie wollen aber gut überlegt sein. Schon Einmalzahlungen zur Geburt oder Einschulung eines Kindes, die Beteiligung an den Kosten für Familienberatung und Vermittlung sowie Kinderbetreuung kommen bei Beschäftigten sehr gut an.

Viele familienbewusste Maßnahmen können als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Denn die Gesetzgebung fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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