Arbeitsvorbereitung, Werkstatt, Montage: Neben drei Aufstiegsfortbildungen gehören auch eintägige Schulungen zum Qualifizierungs-Paket des ZIMT-Projektes.
Foto: Bettina Engel-Albustin

Eine kräftige Prise ZIMT für das Tischlerhandwerk

Qualifizierungs-Offensive für Mitarbeiter startet im Juli – Umfassendes Bildungsangebot

News BGZ Simmerath

Dortmund. Mit einer großen Online-Befragung und vertiefenden Interviews in einzelnen Betrieben hat das Projekt ZIMT (Zukunfts-Initiative modernes Tischlerhandwerk) den Qualifizierungsbedarf im Tischlerhandwerk analysiert. Nun folgt der nächste Schritt: Nach der gründlichen Diagnose des Ist-Zustandes sowie der Wünsche von Betriebsinhabern und Beschäftigten ist das Paket für die ZIMT-Qualifizierungs-Offensive in NRW sowie Hamburg/Schleswig-Holstein geschnürt: Mitarbeiter aus Tischlerbetrieben können damit ein umfassendes Bildungsangebot nutzen, um entweder beruflich aufzusteigen (Aufstiegsfortbildung) oder ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen.

Möglich wird dieses kompakte Programm einerseits durch das ESF-Förderprojekt „Zukunfts-Initiative modernes Tischlerhandwerk“ (ZIMT), andererseits durch aktives Mitwirken von Tischlerpartnern und Beratern der Organisation.

Mehr Verantwortung

Im Juli geht es in Nordrhein-Westfalen los mit der achttägigen Fortbildung zum Werkstattleiter. Eingeladen sind alle, die Führungsverantwortung in der Werkstatt ausüben oder übernehmen wollen. Ende August startet dann in NRW der 16-tägige Lehrgang zum Projektbetreuer. Diese Aufstiegsfortbildung richtet sich an erfahrene Gesellen, die in der Arbeitsvorbereitung und Projektbetreuung mehr Verantwortung übernehmen wollen. Und mit dem siebentägigen Lehrgang Montage-Fachkraft gibt es dann ab Oktober ein Angebot für alle Mitarbeiter, die ihre Kompetenzen für die Arbeiten auf der Baustelle verbessern wollen. Alle drei Schulungen werden mit einer Prüfung abgeschlossen.

Neben den Modulen der Aufstiegsfortbildung gibt es im Rahmen des ZIMT-Projektes zahlreiche eintägige Schulungen vor Ort: Speziell für die Mitarbeiter in der Werkstatt und in der Montage gibt es ortsnahe Angebote, die das Wissen und Können auffrischen und auf den neuesten Stand bringen sollen: Das Lesen von Zeichnungen, der Umgang mit Viewer-Techniken, die Verkürzung von Laufwegen und Suchzeiten in Werkstatt und Lager, Licht und smarte Möbel sowie Ladungssicherung gehören zu den Themen der Qualifizierung. In allen Innungs-Seminaren stehen aber zugleich auch Sozialverhalten und Gesundheit auf der Tagesordnung: Der Umgang mit Kunden, der richtige Ton in der Werkstatt gegenüber Chef und Kollegen – diese Kompetenzen hatten in der Befragung der Betriebsinhaber allerhöchste Priorität erhalten. Viele Mitarbeiter treibt darüber hinaus die Sorge um, den Beruf aufgrund der körperlichen Anstrengung nicht bis zum Rentenalter ausführen zu können. Sie haben sich daher – ebenso wie viele Chefs – mehr Konzentration auf das Thema Gesundheit gewünscht.

Ein Sonderthema auf Innungsebene ist der Azubi-Coach: Gesellen, die Auszubildende anleiten, sollen für diese Aufgabe besser gerüstet werden. Hier stehen insbesondere Kommunikation, Konfliktlösung und Motivation auf dem Programm. Ein weiteres Sonderthema ist die spezielle Oberflächen-Schulung: Gemeinsam mit der Firma Hesse wird – ebenfalls vor Ort – eine Spezial-Schulung zu Lackier-Techniken angeboten.

Während die mehrtägigen Aufstiegsfortbildungen jeweils zentral für NRW sowie Hamburg/Schleswig-Holstein durchgeführt werden, finden die eintägigen Anpassungs-Qualifizierungen auf Innungs-Ebene statt.

Weitere Informationen: www.tischler-zimt.de

Info: Was ist ZIMT?

Die Zukunfts-Initiative modernes Tischlerhandwerk (ZIMT) ist ein Kooperationsprojekt der Tischlerfachverbände aus NRW und Hamburg/Schleswig-Holstein, der IG Metall Bezirke Küste und Nordrhein-Westfalen sowie der Firma wmp consult. Ziel der Initiative ist, den aktuellen und zukünftigen Qualifizierungsbedarf in den Tischlerbetrieben zu ermitteln und entsprechende Weiterbildungsmodule zu entwickeln. ZIMT wird im Rahmen der ESF-Sozialpartnerrichtlinie „Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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