Gebäudedämmungen sind unerlässlich, um die Klimaschutzziele der Berliner Koalition zu erreichen.
Foto: Jens Ehlers / Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade

Gebäudesanierung braucht Förderung

Zum Tag der Umwelt: Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade will Taten sehen

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Rutesheim. Zum diesjährigen Bundesumwelttag am 5. Juni hat das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade an den weltweit rasant ansteigenden Energieverbrauch erinnert, der zu immer größeren Umwelt- und Klimaproblemen führe, aber auch die Preise für Energie weiter überproportional ansteigen lasse. Gleichzeitig wachse in der Bevölkerung der Wunsch nach gesundem Wohnen in zukunftsfähigen Wohlfühlhäusern.

Die Energetische Gebäudemodernisierung sei die schnellste, einfachste und effizienteste Maßnahme, um effektiv viel Energie einzusparen. Dabei sorgten Wärmedämmmaßnahmen nicht nur im Winter für ein behagliches Zuhause, sondern auch im Sommer für ein angenehm frisches Wohnklima. Durch eine qualifizierte Beratung von Fachunternehmern des Stuckateur-Handwerks könnten für jedes Gebäude maßgeschneiderte Lösungen gefunden werden, mit denen sich durch intelligente Kombination von Außendämmungen und Dämmungen an Kellerdecke und Dachboden rund 50 Prozent und mehr an Heizenergie einsparen lassen. Wer diese Maßnahmen mit der Erneuerung der Fenster und Heizanlage verbinde, könne sogar 75 bis 80 Prozent seiner benötigten Energie im Haushalt reduzieren.

„Legt man nur die jetzigen Heizölpreise – die sicher weiter steigen werden – zugrunde, so ergeben sich schnell Einsparpotenziale von 2.000 bis 4.000 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt – Jahr für Jahr“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Somit lassen sich die Ausgaben für energetische Sanierungsmaßnahmen auch ohne öffentliche Förderung in einem kurzen Zeitraum von rund acht bis 15 Jahren amortisieren.“

Beste Altersvorsorge
Für die Eigentümer der rund 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland, die älter als 1990 sind, sei besonders wichtig, dass der energetischen Sanierung nicht nur eine große gesellschaftspolitische Bedeutung zukomme, sondern diese für die Bewohner auch eine Steigerung des Wohnkomforts sowie eine Wertsteigerung und Aufwertung der Immobilie bedeute. Zudem sei Wohneigentum und dessen Werterhalt in Anbetracht niedrigster Zinsen und den schwierigen unübersichtlichen Zeiten auf den Kapitalmärkten als Form der Altersvorsorge bestens geeignet. Vor dem Hintergrund vieler internationaler Krisen rücke die Bedeutung der Energieeffizienz von Gebäuden zusätzlich in den Fokus. So betonte etwa Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits 2014 auf dem FAZ Forum Energy Security, dass die Bundesregierung mit der Energiewende in Deutschland eine langfristige Strategie verfolge, um die Nachfrage nach fossilen Energieträgern durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz zu reduzieren.

Mit großem Unverständnis haben daher Umwelt- und Handwerksverbände auf das Fehlen der steuerlichen Förderung energetischer Gebäudemodernisierung im aktuellen Haushaltsentwurf der Bundesregierung reagiert. So fordert das Stuckateur-Handwerk im Schulterschluss mit zahlreichen weiteren Organisationen von der Bundesregierung, ihre klare Haltung im Koalitionsvertrag pro Klimaschutz nun endlich auch mit Taten zu belegen.

„So ist es auch kein Wunder, dass junge Aktivisten wie von Fridays For Future die Verantwortlichen auf Kommunal- Landes- und Bundesebene massiv auffordern, sofort auf allen Ebenen zu handeln, um die Klimakrise nicht noch weiter zu verschärfen“ erläutert Stephan Bacher vom Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade.

Haushalt nachbessern!
Auch die  Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert zusammen mit ihren Bündnispartnern der Gebäude-Allianz, dass die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudemodernisierung bislang im aktuellen Haushaltsplan keine Erwähnung findet. Gemeinsam fordern sie die Bundesregierung auf, die notwendigen Nachbesserungen des Bundeshaushalts vorzunehmen. Ohne den Steueranreiz für die energetische Gebäudemodernisierung seien die Klimaschutzziele 2030, zu denen sich die Koalitionspartner vor der Regierungsbildung bekannt hatten, kaum erreichbar.