Gast bei der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (3.v.l.).
Foto: WHKT

Geld für Bildung

NRW-Minister Laumann bei WHKT-Vollversammlung

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Aachen. Im Rahmen der 178. Herbst-Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) in Aachen begrüßte dessen Präsident Hans Hund zum traditionellen Tagesordnungspunkt „Politiker im Dialog“ den nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Kern des Einführungs-Statements von Laumann war ein Vergleich der Situation am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie auch in den sozialen Sicherungssystemen und den Staatsfinanzen zwischen heute und seiner ersten Amtszeit als NRW-Arbeitsminister von 2005 bis 2010. Besonders aber betonte er, wie wichtig es ist, das duale System für die Zukunft so aufzustellen, dass es den weltweit guten Ruf, den es genießt, auch weiter in Deutschland beweisen kann. Laumann erinnerte daran, dass noch vor 15 Jahren von jeder Seite eine gute Haupt- und Realschule gelobt wurde, aber schon eine Tendenz bestand, sein Kind selber nicht mehr dorthin zu schicken. Ähnliches befürchtet er für das duale System angesichts der fortschreitenden Akademisierung.

Laumann sicherte deshalb zu, alles dazu beizutragen, das duale Bildungssystem so attraktiv zu machen, dass dessen Träger die Chance im Wettbewerb mit den Hochschulen haben. So sagte er ohne Wenn und Aber, und egal, ob mit NRW.BANK-Mitteln oder EFRE- beziehungsweise direkten Landesmitteln zu, dass alle Bildungsstätten des Handwerks innerhalb eines überschaubaren Zeitraums auf den modernsten Stand gebracht werden müssten, mindestens auf das Niveau der Hochschulen.

Im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung stellte Laumann fest, dass diese sich von Beruf zu Beruf sehr unterschiedlich auswirke. Es müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass jeder Mensch mithalten könne. Dies müsse vor allem durch Weiterbildung geschehen, wofür die Fördermittel erhöht werden sollten. Laumann ist sicher, dass es zwar Verschiebungen, aber immer noch genug Arbeit geben werde. Dabei müsse man bedenken, dass in NRW viele Fachkräfte in Rente gingen, aber weniger Junge nachwachsen. Zum Ausgleich werde die Digitalisierung deshalb auch gebraucht. Die Menschen sollten aber auch offen sein für Neues, denn Wissen werde immer schneller überholt.