Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, für mittelschwere und leichte Fahrzeuge verpflichtend streckenbezogene Mautsysteme einzuführen, ist aus Sicht des Handwerks nicht nachvollziehbar.
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Handwerk wehrt sich gegen Maut

Mit einer solchen Maut drohen laut ZDH erhebliche Belastungen für das regional tätige Handwerk

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Berlin. Die streckenabhängige Maut hat die Hürden des EU-Parlaments passiert. Sollte sich das deutsche Verkehrsministerium dem anschließen, müssten auch die Halter von Fahrzeugen zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen Mautgebühren zahlen, meldet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

„Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, für mittelschwere und leichte Fahrzeuge verpflichtend streckenbezogene Mautsysteme einzuführen, ist aus Sicht des Handwerks nicht nachvollziehbar. Das Parlament fordert damit, dass zukünftig alle Transporter zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen in die streckenabhängige Lkw-Maut einbezogen werden müssen. Damit wurde dem Handwerk ein Bärendienst erwiesen“, sagte der ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Ein streckenabhängiges Mautsystem betrifft in Deutschland ein riesiges Straßennetz von mehr als 50.000 Kilometern Länge. Mit einer solchen streckenabhängigen Maut drohen laut ZDH erhebliche Belastungen für den Großteil des regional tätigen Handwerks. Schwannecke: „Das ist ungerecht, denn die leichten und mittelschweren Fahrzeuge des Handwerks verursachen im Gegensatz zum Transportgewerbe keinen überproportionalen Verschleiß und tragen bereits über die Kfz- und Energiesteuer mehr als angemessen zum Straßenunterhalt bei.“

Die ebenfalls beschlossene stauabhängige Maut bedeute das Ende des Vignettensystems, das gerade für Vielfahrer eine erhebliche Vereinfachung sei. Im Ergebnis drohe gerade für Deutschland eine Art landesweite Lkw-Maut mit kilometergenauer Erfassung auch für alle Kleintransporter. Hier hätten Kommission und Parlament einmal ganz im Sinne der Subsidiarität handeln und den Mitgliedstaaten ihre Entscheidungsfreiheit belassen müssen. „Wir setzen unsere Erwartungen dahingehend jetzt in den Europäischen Rat“, so Schwannecke.