Deutschland braucht Fachkräfte.
Neue Regelungen sollten zuwanderungsfreundlich umgesetzt werden, fordert das Handwerk. Foto: fotolia

Im passenden Rahmen

Handwerk begrüßt Schwerpunkte im Referentenentwurf für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz

Berlin.  „Der jetzt bekannt gewordene Referentenentwurf für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz setzt aus Sicht des Handwerks die richtigen Schwerpunkte“, meint Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Zuwanderung von beruflich qualifizierten Fachkräften werde erleichtert, die bürokratische Vorrangprüfung abgeschafft, die Begrenzung der Zuwanderung auf Engpassberufe entfalle. „Zusammen mit den neu geschaffenen Aufenthaltstiteln zur Suche von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für beruflich qualifizierte Fachkräfte wird damit der nötige Rechtsrahmen für ein zuwanderungsfreundliches Aufenthaltsrecht geschaffen.“

Von zentraler praktischer Bedeutung für die Handwerksbetriebe sei ein Ausbau der Angebote für die fachspezifische Deutschförderung, um ausländische Fachkräfte schnell einsetzen zu können, so Schwannecke. Darüber hinaus werde zukünftig die Bundesagentur für Arbeit mehr denn je gefordert sein, gerade kleine und mittlere Unternehmen bei der Suche und Gewinnung qualifizierter ausländischer Fachkräfte umfassend zu unterstützen und zu begleiten. „In diesem Prozess können die vom Handwerk vorgeschlagenen Vermittlungsabsprachen mit ausländischen Arbeitsverwaltungen ein wichtiges Instrument sein, um zielgerichtet die ausländischen Fachkräfte zu identifizieren, die an einer neuen beruflichen Tätigkeit im Handwerk interessiert sind“, sagt der Generalsekretär. Die neuen Regelungen würden aber nur dann einen signifikanten Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels leisten, wenn sie von den beteiligten Behörden in der Praxis zuwanderungsfreundlich umgesetzt würden. So seien insbesondere die deutschen Auslandsvertretungen bei der Visavergabe und die Ausländerbehörden im Inland aufgefordert, die erforderlichen Anpassungen für eine zügige, möglichst unbürokratische und zuwanderungsfreundliche Bearbeitung von Einwanderungsanträgen zu gewährleisten. Nur dann werde es in Deutschland im weltweiten Wettbewerb um die besten Talente gelingen, in einem nennenswerten Umfang die qualifizierten ausländischen Fachkräfte zu gewinnen, die das Land für die langfristige Sicherung von Wachstum und Wohlstand so dringend brauche.