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Kunden mit der Website gewinnen

Ein Dutzend Tipps für den Werbeerfolg im Internet

Marketing

Aachen. Überall spricht man über Digitalisierung. Laut der von Techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom erstellte Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“ nutzen bereits 83 Prozent der Handwerksbetriebe eine Internetseite, um neue Kunden zu gewinnen. Das klingt erstmal gut, leider erfüllen jedoch nur sehr wenige dieser Websites einfache Kriterien, die für Suchmaschinen und Werbeerfolg entscheidend sind.

Dazu zwölf einfache Praxistipps:

  • Weniger ist mehr: Internetnutzer sind im Gegensatz zum Zeitungsleser ungeduldig. Jüngere Menschen, die „Generation Internet“, auch „digital natives“, genannt, ganz besonders. Für alle gilt: Wer im Internet nach Informationen sucht, möchte diese schnell finden und übersichtlich präsentiert bekommen. Auf den ersten Blick ohne Intros, hektisch blinkende Banner oder langweilige Willkommen-Texte. Weniger ist mehr gilt dabei auch für die Navigation: Eindeutige Rubriken, möglichst wenig Unterpunkte und wichtige Informationen auf einen Klick.
  • Bequem zum Kontakt: Auf die Startseite und immer nur einen Klick entfernt gehören Kontaktmöglichkeiten. Eine E-Mail-Adresse, bei der man innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhält und eine Telefonnummer, die zu den angegebenen Bürozeiten tatsächlich erreichbar ist. Falls Sie ein Ladengeschäft betreiben, denken Sie an die Öffnungszeiten. Ein Hinweis auf Betriebsferien oder Feiertagsregelungen erspart Frust bei Kunden.
  • Konkrete Ziele: Was wollen Sie mit Ihrer Webseite erreichen? Welche Leistungen/Produkte wollen Sie verkaufen? Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen? Welche Aufträge möchten Sie bekommen? Welchen Nutzen wollen Sie Ihren Kunden bieten?  Die Antworten bestimmen die optische und inhaltliche Gestaltung Ihrer Internetseite. Daraus ergeben sich Struktur und Navigation.
  • Regionaler Bezug: Handwerksbetriebe sind überwiegend regional tätig. Daher ist der Standort beziehungsweise das Gebiet, in dem der Betrieb seine Leistungen erbringt, wichtig und sollte direkt erkennbar sein. Im Domain-Namen, in den Suchbegriffen und Seitenbeschreibungen ist die ausdrückliche Erwähnung des Standortes oder der Region sinnvoll. Auf der Startseite sollte der Standort des Betriebes direkt erkennbar sein.
  • Aktuell bleiben: Brauchen sie eine Rubrik „Aktuelles“?  Der Fleischer, der wöchentliche Angebote vermarktet oder der Friseur, der ständig neue Frisurentrends zeigt, entspricht damit durchaus den Vorstellungen seiner Zielgruppe.  Allzu häufig finden sich nur veraltete Meldungen in den angeblichen „News“. Stellen Sie hier nochmal die Frage nach dem Nutzen für Ihre Kunden. Und überlegen Sie, ob Sie wöchentliche oder monatliche Neuigkeiten liefern wollen und können. Vielleicht findet sich auch ein Weg über eine Unternehmensseite bei Social Media wie Facebook oder Instagram, Aktuelles zu posten. Ein Link von Ihrer Website interessierte User dann dorthin.
  • Sympathie und Vertrauen: Vertrauen Sie einer  anonymen E-Mail? Kennen Sie lieber den Namen Ihres Gesprächspartners? Schaffen Sie online Sympathie und gewinnen Sie Kunden durch die Menschen, die für Ihr Unternehmen arbeiten, indem Sie Ihre Mitarbeiter präsentieren. Und zwar vom Chef bis zum Azubi – mit professionellen Fotos. Sie stehen für Ihr Unternehmen und sind entscheidend für das Image. So fördern Sie die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, aber auch deren Verantwortungsgefühl für das Unternehmen.
  • Ehrlich währt am längsten: In den Zeiten von gestylten Hochglanzprospekten und Fake News ist es für den Vertrauensaufbau sehr wichtig, echte Bilder und Referenzen zu präsentieren. Also keine gekauften Fotos von industriell gefertigten Möbeln aus Bilddatenbanken oder tolle Präsentationen von Musterbädern aus Ausstellungen. Der Kunden will Ihre Produkte sehen, die aus Ihrer Hand stammen, erfahren, wie Sie in Ihrem Betrieb Dienstleistungen ausführen und konkrete Bewertungen von echten Kunden lesen.
  • Konkurrenzanalyse: Was machen die Mitwettbewerber? Versetzen Sie sich in potenzielle Kunden und besuchen Sie die Webseiten der Konkurrenz. Lernen Sie von Vorreitern und Platzhirschen Ihrer Branche. Oder unterscheiden Sie sich bewusst von dem, was bereits da ist. Stellen Sie Ihre Individualität und Ihre Einzigartigkeit heraus. Finden Sie eine Antwort auf die Frage, warum der Kunde sich für Sie entscheiden soll!
  • Inhalt und Suchmaschine: Die Besucher Ihrer Webseite wollen echte und relevante Inhalte. Erstellen Sie eigene und damit einzigartige Texte. Das honoriert auch Google bei der Einstufung der Relevanz Ihrer Internetpräsenz. Achten Sie dabei auf den sparsamen aber bewussten Einsatz von Suchbegriffen, sogenannten Keywords, und setzen Sie die Überschriftenhierarchie konsequent ein. Google bevorzugt Internet-Auftritte, die eine schnelle Ladezeit bieten. Das können Sie erreichen, indem Sie zum Beispiel Fotos komprimieren oder bei Videos diese über YouTube einbinden.
  • Mobile Nutzung: Die mobile Nutzung des Internets hat schon 2016 weltweit diejenige auf PCs überholt. Daher ist es wichtig, dass Ihre Homepage im „responsive Design“ erstellt wird. Die Inhalte werden damit auf verschiedenen Endgeräten benutzerfreundlich und optimiert dargestellt.  Die Änderung der Gewohnheiten der Kunden werden so berücksichtigt und gleichzeitig die Relevanz der Seite im Suchmaschinenranking verbessert.
  • Google und Marketing: Die derzeitige Dominanz und Bedeutung von Google führen dazu, dass Sie sich auf diese Suchmaschine konzentrieren können. Viel Einfluss hat ein kleiner Betrieb nicht, aber auch kostenfrei oder mit kleinem Budget lässt sich etwas machen: Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihr Unternehmen bei Google Maps und  bei Google My Business einzutragen – mit Fotos, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit sowie dem Link auf Ihre Homepage.
    Sie wollen auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse stehen? Dann bietet sich Google Adwords an. Sie bestimmen das Budget und wählen Suchbegriff-Kombinationen, unter denen der Nutzer Sie weit oben finden soll. Klar, dann erscheint Ihr Eintrag als Anzeige. Sie zahlen jedoch nur, wenn wirklich ein Klick und damit eine Weiterleitung erfolgt. Um spezielle Produkte oder Leistungen zu bewerben eine günstige und zielgerichtete Werbemaßnahme.
  • Zügel festhalten: Stellen Sie vor der Auftragsvergabe an einen Web-Designer sicher, dass ein Redaktionssystem für die Internetseite verwendet wird, welches Sie selber ohne Probleme bedienen können. Kleine Änderungen im Text, aktuelle Termine oder neue Referenzfotos dürfen nicht jedes Mal einen teuren Auftrag an die Agentur erfordern. Sie sollten ohne professionelle Hilfe in der Lage sein, jederzeit reagieren zu können. Mit dem richtigen Content Management System (CMS) ist dies möglich.
  • Gleiches gilt für die Rechte an Ihrer Homepage: Achten Sie darauf, nicht nur Eigentümer, sondern auch Administrator der Domain und des Webspace (Speicherplatz auf Server) zu sein und zu bleiben. Sie müssen selber die Möglichkeit haben, einen Domain-Umzug, einen Providerwechsel oder eine Neugestaltung zu veranlassen.
    Lassen Sie sich nicht abmahnen! Ein rechtssicheres Impressum und eine Datenschutzerklärung sind unerlässlich. Beachten Sie die Nutzungsrechte an den Fotos auf Ihren Seiten und die schriftliche Zustimmung der abgebildeten Personen!

Info: Sabine Wessing, Marketing-Beraterin der Handwerkskammer Aachen, bietet Mitgliedsbetrieben oder Existenzgründern einen kostenfreien Webseiten-Check an. Nach der Analyse der bestehenden Internetpräsenz oder bei der Planung einer noch zu erstellenden Webseite begleitet und berät sie, beim Relaunch oder bei der Umsetzung durch eine Webdesign-Agentur. Auch bei allen anderen Fragen rund um das Marketing steht sie zur Verfügung:
Tel.: +49 241 471-173,  sabine.wessing(@)hwk-aachen.de.