Katschhof: Zwischen Dom und Rathaus präsentieren die Aussteller des Europamarktes ebenso ihre Waren wie auf den anderen Plätzen der Aachener Altstadt.
Foto: © HWK-Archiv/Laura Rzeha

Kunsthandwerk und Design

Europamarkt und Retrospektive „drehmomente“ am ersten September-Wochenende in Aachen

Europamarkt Pressemitteilung

Aachen. Erstes Wochenende im September? Ja klar, da ist Europamarkt. Da präsentieren sich Kunsthandwerk und Design in der Aachener Altstadt. Diesmal am Samstag, 1. September, von 10 bis 19 Uhr, und am Sonntag, 2. September, von 11 bis 18 Uhr.

Rund 300 Aussteller aus vielen europäischen Ländern erwarten ihre Besucher und präsentieren hochwertiges Design und handwerklich gefertigte Produkte auf sieben Plätzen in der schönen Altstadt von Aachen. Aus den bescheidenen Anfängen hat sich der Europamarkt zu einer der größten und bekanntesten Veranstaltungen seiner Art in Deutschland entwickelt.

Nur die Besten

Veranstalterin des Marktes ist die Handwerkskammer Aachen, die das Ereignis seit 1976 ausrichtet und immer streng auf Qualität der Aussteller achtet. „Die Auswahl der Aussteller ist ein Garant für die Qualität. Es ist uns aber ebenso ein Anliegen, nicht nur die besten Aussteller zeigen zu können, sondern den Rundgang auch zu einem abwechslungsreichen Erlebnis zu machen,“ sagt Beate Amrehn, Formgebungsberaterin der Handwerkskammer Aachen, die mit Jennifer Sanwald den Markt konzipiert und organisiert.

Viel zu sehen

In der Innenstadt, zwischen Dom und Rathaus, auf dem Münsterplatz, am Hühnerdieb – da gibt es schmuckvolle Objekte zu sehen, und natürlich zu kaufen. Holz, Metall, Textil, Stein – die Kunsthandwerker arbeiten mit vielen verschiedenen Werkstoffen. Da sind die Metallbauer wieder mit ihrem brennenden Feuer und ihren Schmiedearbeiten, da wird aber ebenso gezeigt, wie moderne Medien Einfluss auf Design haben. Auf Augenhöhe mit der Tradition steht die Innovation. „Wir haben den Markt hin zu mehr zeitgenössischem Design entwickelt. Den roten Faden spinnen wir zunehmend vom traditionellen Kunsthandwerk weiter zu mehr Angeboten, die in die Zukunft statt in die Vergangenheit weisen. Dabei können durchaus alte Techniken angewandt werden, die jedoch zur Herstellung anderer oder neu interpretierter Produkte dienen“, erklärt Nicole Tomys.

Der Europamarkt zieht die Besucher aus vielen Ländern an. Jahr für Jahr. Immer am ersten vollständigen Wochenende im September. Das hat Tradition und wird auch so bleiben.

Retrospektive: 33 Jahre exzellentes Handwerksdesign

Parallel zum traditionsreichen und sehr beliebten Europamarkt – Kunsthandwerk und Design gibt es in diesem Jahr im Krönungssaal des Aachener Rathauses eine besondere Ausstellung zu besichtigen. Unter dem Titel „drehmomente“ werden am Samstag und Sonntag, 1. und 2. September, 66 Arbeiten aus 33 Jahren Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg gezeigt.

Die Werke der Meister- und Handwerksdesigner sind Ausdruck der Impulse, die die Akademie der Handwerkskammer Aachen gesetzt hat und setzt. Es werden Examens- und Semesterarbeiten vom ersten bis zum kürzlich abgeschlossenen Studiengang gezeigt.

„Diese Ausstellung ist in vielfacher Hinsicht ein Schwergewicht“, sagt Elmar Heimbach. Und damit meint der Kurator nicht nur die Orgel von Mathieu Hell, die rund 100 Kilogramm auf die Waage bringt und fast vier Meter lang ist. Zu „drehmomente“ gehört auch die Holzkugel in Funktion eines Steh-auf-Männchens von Falk Ramsteck, die dem Namen der Retrospektive das entsprechende Bild gibt.

Schwer war auch das „Bespielen“ des Krönungssaals. 900 Quadratmeter können mit den Arbeiten zwar leicht gefüllt werden, aber auch deren Präsentation spielt eine große Rolle. Und so sind die Vitrinen und Podeste, die die Arbeiten ins rechte Licht rücken, speziell für diesen Zweck hergestellt. Elmar Heimbach hat sie gemeinsam mit Absolventen und Studierenden entworfen und angefertigt. „Ich habe ein tolles Team an meiner Seite, alle sind richtig geil auf die Sache!“ Parallel dazu sind die Objekte fotografiert worden. Zur Ausstellung gibt es nämlich keinen üblichen Katalog, sondern eine Postkartensammlung mit Fotos der Exponate.

„Die ganze Akademie ist ein Drehmoment für die Leute, die bei uns waren und sind“, sagt Heimbach, der seit der Geburtsstunde der Designschmiede für Handwerker als Dozent dabei ist. Die Studierenden kommen aus ganz Deutschland mit gestalterischen Wünschen im Handwerk nach Aachen-Horbach, „sie kommen mit Hunger zu uns, wollen sich entwickeln oder auch ihr persönliches Ruder herumreißen“, so der Diplom-Designer.

In Gut Rosenberg hätten die Studierenden die Möglichkeit zu einer Denkpause, einer Pause zum Denken. „Die Menschen wollen ihre gestalterische Persönlichkeit entwickeln. Genau diese Möglichkeit geben wir ihnen während ihres Studiums an der Akademie“, betont Elmar Heimbach.

„drehmomente“ erzählt die Geschichte der Akademie für Handwerksdesign und zeigt die handwerkliche sowie thematische Vielfalt des Studiums. Handwerklich sehr ausgefuchste, erfinderische Stücke sind im Krönungssaal des Aachener Rathauses ebenso zu sehen wie Klassiker, aber auch experimentelle Werke. Nicht unbedingt ist die Examensarbeit eines Absolventen Spiegelbild von dem, was er später beruflich machen wird. Michael Kals beispielsweise hat vor 15 Jahren ein Boot kreiert, heute ist er Mitinhaber einer sehr erfolgreichen Tischlerei in Köln. Pascal Bosetti präsentierte seinerzeit eine mongolische Jurte und führt heute sein eigenes Designstudio in München.

Eines haben die Handwerks- und Meisterdesigner gemeinsam: die Zeit an der Akademie, egal, aus welchem Handwerk sie ursprünglich kommen. Und sie haben alle einen erfolgreichen Weg beschritten, üben erfüllende Berufe aus, sei es im selbst gegründeten Unternehmen oder im angesehenen Betrieb. Die hohe Qualität des Studiums an Gut Rosenberg wird außerdem deutlich in vielen Staatspreisen und ersten Plätzen bei anerkannten Wettbewerben, die die „Rosenberger“ erringen konnten.

Die Akademie versteht sich in der Tradition des Bauhauses und der Werkkunstschulen. Handwerklich-praktisches Können und professionelles Entwerfen bilden hier eine Einheit. „Es ist die klare Haltung gegenüber Handwerk, Gestaltung und dem Markt, die unsere Studierenden dazu bewegt ihre Fortbildung an unserer Akademie zu absolvieren“, sagt Dr. Petronella Prottung, Leiterin der Akademie.

Gut Rosenberg ist eine Marke. Und auch deswegen ist die Retrospektive „drehmomente“ ein Schwergewicht. „Diese Ausstellung ist eine Art Krönung“, sagt Elmar Heimbach und spielt damit auf den Ausstellungsort, den Krönungssaal, an. Und sie sei auch eine Bilanz für ihn. Für den Dozenten ist danach nämlich Schluss, er verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand.

Schluss ist an der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg noch lange nicht. Auch wenn die Sonderausstellung nur ein Wochenende zu besichtigen ist, so wird Gut Rosenberg mit Sicherheit weiterhin ein Drehmoment für die Studierenden bleiben.

„Wir danken der Stiftergemeinschaft zur Förderung des Handwerks in der Region Aachen für ihre Unterstützung“, sagt Dr. Prottung. Die Stiftergemeinschaft darf in diesem Sommer auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Sie ist von der Handwerkskammer Aachen ins Leben gerufen worden, um mit den Spenden und Beiträgen ihrer rund 70 Mitglieder handwerkliche Bildungsmaßnahmen und -einrichtungen zu unterstützen. So wurden zum Beispiel jüngst wieder besonders begabte Studierende der Akademie für Handwerksdesign mit Stipendien und Prämien der Stiftergemeinschaft gefördert.








Parallel zum Europamarkt findet – im Krönungssaal – die Retrospektive "drehmomente" statt. Bei dieser Sonderausstellung dreht sich alles um 33 Jahre exzellentes Handwerksdesign.

Europamarkt Aachen 2018 - Kunsthandwerk & Design

am 1. und 2. September 2018 Sa. 10.00 - 19.00 Uhr So. 11.00 - 19.00 Uhr

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