Die regionalen Azubi-Tickets der Verkehrsverbünde ermöglichen Auszubildenden verbundraumweit günstige Mobilität, auch nach Feierabend und am Wochenende.
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Lehrlinge und Meister fahren günstiger Bus und Bahn

NRW und die Verkehrsverbünde haben seit dem 1. August das Azubi-Ticket eingeführt

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Mehr Potenzial für die Azubi-Suche.

Aachen. Lange Wege zum Arbeitsplatz oder zur Berufsschule sind für potenzielle Lehrlinge häufig ein Ausschlusskriterium, wenn es um die Wahl der Ausbildungsstätte geht. Schließlich schmälern hohe Fahrtkosten die Ausbildungsvergütung. Schon seit längerem gibt es daher die Forderung, auch aus dem Handwerk, dass Lehrlinge ähnliche Vergünstigungen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erhalten wie Studenten mit dem Semesterticket.

Das Land und die NRW-Verkehrsverbünde haben jetzt einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht:  Seit dem 1. August gibt es erstmalig in ganz NRW ein vergünstigtes Ticketangebot für Auszubildende, aber auch für Teilnehmer der sogenannten höheren Berufsbildung wie Meisterschüler. Die regionalen Azubi-Tickets der Verkehrsverbünde ermöglichen Auszubildenden verbundraumweit günstige Mobilität, auch nach Feierabend und am Wochenende.

Der monatliche Abo-Preis für die regionalen Azubitickets liegt in NRW zwischen 60,70 und 62 Euro; 62 Euro muss zum Beispiel für das Ticket im Aachener Verkehrsverbund (AVV) bezahlt werden. Für diejenigen, die weiter wollen, gibt es für jeweils 20 Euro Aufschlag das Azubi-Ticket für ganz NRW dazu („NRWupgrade“). Damit liegt der Gesamtpreis für ein landesweites Ticket bei maximal 82 Euro im Monat.

"Die Einführung des Azubitickets steigert die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung und setzt auch ein positives Signal für den Klimaschutz. Das ist zu begrüßen. Von einer Gleichstellung mit Studenten kann aber noch keine Rede sein."

Georg Stoffels, Geschäftsführer Berufsbildung der Handwerkskammer Aachen.

Kostenübernahme absetzbar
Das Ticket gilt für alle Busse, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie S-Bahn-, RegionalBahn- und RegionalExpress-Linien in ganz NRW und dürfte ein interessantes Instrument für Ausbildungsbetriebe sein, die möglicherweise einen (Groß-)Teil der Kosten für dieses Ticket übernehmen wollen und so die Auszubildenden noch mehr von Fahrtkosten entlasten. Zuschüsse oder  Komplettübernahmen der Kosten durch den Ausbildungsbetrieb müssen nicht als geldwerter Vorteil von den Azubis versteuert werden. Der Zuschuss zum Ticket ist für Arbeitgeber als Betriebsausgabe absetzbar.

„Die Einführung des landesweiten Azubitickets steigert die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung und setzt auch ein positives Signal für den Klimaschutz. Das ist zu begrüßen. Von einer Gleichstellung mit Studenten kann aber noch keine Rede sein. Diese müssen pro Semester, also halbjährlich, im Schnitt 170 Euro dafür zahlen, um mit Bus und Bahn durch ganz NRW zu fahren. Es wäre ein deutlicher Ausdruck der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, wenn die Politik hier noch etwas nachbessern würde“, sagt Georg Stoffels, Geschäftsführer Berufsbildung der Handwerkskammer Aachen.

Info: Weitere Informationen zum Azubi-Ticket NRW finden Sie im Netz unter www.avv.de/azubi.