Mehrheit sagt Ja zum Meister

Anhörung im Bundestag zur Wiedereinführung – Qualifikation und Qualität

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Berlin. Mehrheitlich sprachen sich die Experten bei der Anhörung im Deutschen Bundestag für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in wieder mehr Handwerksberufen aus. „Der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Fachkräftesicherung sind gesamtgesellschaftliche Herausforderungen und nur mit einem starken und modernen Handwerk erfolgreich zu bewältigen. Die heutige Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag zum Thema ‚Meisterpflicht‘ hat gezeigt, dass die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zulassungsfreien Handwerken dazu ein wichtiger und notwendiger Baustein ist“, sagte Holger Schwannecke.

Denn Qualifikation und Qualität von Produkten und Dienstleistungen seien untrennbar miteinander verbunden, so der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Als präventives Instrument diene das Meisterbrieferfordernis dem Verbraucherschutz und fördere nachhaltig und perspektivisch Unternehmertum.

„Bundestag und Bundesrat müssen jetzt zügig einen Gesetzesentwurf vorlegen. Ziel ist eine Neuregelung zum 1. Januar 2020. Die Maßnahme ist einzubetten in eine Gesamtstrategie zur Stärkung des Handwerks – von beruflicher Bildung über Bürokratieabbau bis zur Entlastung von Handwerksbetrieben. Für die Gesamtleistung des Handwerks benötigen wir auch im gesellschaftlichen Diskurs mehr Wertschätzung und Anerkennung.“

Helmut Dittke (IG Metall) meinte, die Deregulierung der Handwerksberufe 2004 habe zu massiven Marktverwerfungen geführt und sei ein Grund für den heutigen Fachkräftemangel. Es gelte, jetzt umfassende Lösungsansätze zu erarbeiten, die das Handwerk wieder zukunftsfest machten. Dazu würden mitgliederstarke Gewerkschaften, Innungen und Verbände im Handwerk gebraucht. Der Wettbewerb müsse in Zukunft wieder über die Qualität und nicht über den niedrigsten Preis ausgetragen werden. Die Situation vieler prekärer Solo-Selbstständiger müsse betrachtet werden.

Professor Friedrich Hubert Esser (Bundesinstitut für Berufsbildung) unterstrich, geprüfte Meister im Handwerk seien nicht nur qualifiziert auf eine Existenzgründung vorbereitet. Mit ihrem Handwerk beherrschten sie ein komplexes Wissensgebiet in systematischer Art und Weise. Der Meister sei Garant einer hochwertigen Berufsausbildung in Deutschland, da die Meisterprüfung auch die Ausbildereignungsprüfung beinhalte. red