Setzt auf moderne Maschinen und digitalisierte Prozesse: die familiengeführte Tischlerei Hüser-Michels.
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Mittel für die Digitalisierung

Betriebe, die Innovationen anstoßen wollen, können von attraktiven Förderprogrammen profitieren

Digitalisierung

Von Michael Stölting

Aachen. Die Digitalisierung gibt heute bei vielen Veränderungsprozessen in Unternehmen den Takt vor. Sie ermöglicht innovative Geschäftsideen, effizientere Abläufe und neue Marktchancen. Zunehmend auch im Handwerk.

Die mehr als 188.000 Handwerksunternehmen in Nordrhein-Westfalen könnten digitale Lösungen für neue Produkte und Dienstleistungen und für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter jedoch noch stärker nutzen. Das geht aus dem „Digitalisierungsindex von KMU in NRW 2018“ hervor, den die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) im Auftrag des Landeswirtschaftsministeriums und des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe ermittelt hat. Auf einer Skala von 0 (= nicht digitalisiert) bis 10 (= vollständig digitalisiert) bescheinigten die Forscher den Handwerksbetrieben in Nordrhein-Westfalen mit einem mittleren Indexwert von 3,99 einen noch eher geringen Digitalisierungsgrad.

Mehr Umsatz und Gewinn
Dabei ist die Digitalisierung längst ein wichtiger Erfolgsfaktor für mehr Umsatz und Gewinn. Die Rheinische Fachhochschule Köln fand in einer Untersuchung heraus, dass Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad im Durchschnitt einen Gewinnzuwachs von knapp 20 Prozent verbuchen.

Damit in NRW keine gute Digitalisierungsidee an der Finanzierung scheitert, hat die Förderbank für Nordrhein-Westfalen im Herbst 2018 mit ihrem neuen Programm NRW.BANK.Digitalisierung und Innovation ihre Förderung ausgeweitet. Sie unterstützt beispielsweise Handwerksbetriebe, die ihre Produktion und Verfahren digitalisieren, neue digitale Produkte oder eine Digitalstrategie entwickeln wollen. Das zinsgünstige Förderdarlehen ist Teil der KMU-Digitalisierungsinitiative der Landesregierung und kann unbürokratisch und schnell über die Hausbank beantragt werden.

Fördermittel und Finanzwissen
Darüber hinaus stehen die Förderberater der NRW.BANK Unternehmen zur Seite, wenn es darum geht, für konkrete Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben passende Angebote auch anderer Fördermittelgeber auf der Ebene von Bund, Ländern und EU zu identifizieren. Zudem bereiten sie Gründer und mittelständische Unternehmer auf Gespräche mit Finanzierungspartnern vor, vermitteln relevante Kontakt- und Beratungsstellen und zeigen ihnen, wie sie ihr Geschäftskonzept und ihre Finanzierungsstrategie weiter optimieren können.

Zu den ersten Unternehmen, die den neuen Digitalisierungskredit für sich nutzten, gehört die Hüser-Michels GmbH aus Büren. Die familiengeführte Tischlerei setzt auf moderne Maschinen und digitalisierte Prozesse. Dank der Investition in neueste Technologie kann der Handwerksbetrieb mit einer 200-jährigen Tradition heute Werkstücke automatisch herstellen.