Teamarbeit und Kontakt zu den Menschen: Das schätzt Friseurmeisterin Ute Papst-Sirna besonders an ihrem Beruf.
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Mutmacherin bricht Lanze für ihr Handwerk

Ute Papst-Sirna feiert 100-jähriges Bestehen ihres Friseursalons

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Von Nina Krüsmann

Langerwehe. Fragt man Ute Papst-Sirna nach neuen Trends, dann winkt die Fachfrau lächelnd ab. „Es sind ja nicht bestimmte Schnitte oder Farbtrends wie Aubergine oder Kupfer, die wir unseren Kunden empfehlen möchten. Vielmehr geht es um das Gespür, einen Menschen zu sehen und zu erkennen, was ihm gut steht, was seine Proportionen gut zur Geltung bringt und seine Schönheit unterstreicht", erklärt Papst-Sirna. Deshalb sei die Berufserfahrung in ihrem Handwerk so wichtig. In diesem Jahr feiert Ute Papst-Sirna das 100-jährige Bestehen ihres Salons an der Hauptstraße in Langerwehe. Der Familienbetrieb beschäftigt zehn Mitarbeiter und drei Azubis. Stetige Weiterentwicklung, Innovationen im Salonmanagement und in der Personalentwicklung sind der Inhaberin wichtig.

„Was mir an meiner Arbeit so viel Freude macht, ist das gemeinsame Schaffen im Team, der Kontakt zu den Menschen. Im Friseurhandwerk selbstständig zu sein und zwölf Mitarbeiter zu haben, das ist eine große Herausforderung und bedeutet, Verantwortung zu tragen", betont Papst-Sirna. Sie möchte jungen Friseuren Mut machen, diesen Schritt zu wagen. Das Handwerk müsse attraktiver werden. „Für mich ist es immer wieder motivierend, die Entwicklung meiner Mitarbeiter zu beobachten, zum Beispiel wie aus einer jungen Auszubildenden eine selbstbewusste Friseurin mit unternehmerischen Fähigkeiten wird.“

Wichtig sei es für die Lehrlinge, schon während der drei Ausbildungsjahre aktiv zu arbeiten. Dafür bietet Papst-Sirna wöchentliche Übungsabende an Modellkunden an, hat jeden Monat ein Event, eine Schulung, ein Seminar oder nimmt an einer Messe teil, was enorm zur Teambildung beiträgt. „Auch Social Media begeistert die jungen Mitarbeiter, da man dabei sofort positive Rückmeldungen bekommt. Das möchte ich weiter ausbauen.“

Natürlich wird das 100-jährige Jubiläum gefeiert. Anfang November lädt der Salon zu einem Sektempfang für Stammkunden ein. „Wir möchten damit und mit einem kleinen Präsent ein Zeichen setzen, wie wichtig die langjährige Treue und Verbundenheit unserer Kunden für unseren Erfolg ist. Zu unserem Jubiläum ist auch eine Broschüre mit einer Chronik unseres Salons und vielen Fotos erschienen“, erzählt die Inhaberin. Sie selbst hat 1989 die Meisterprüfung abgelegt und das Geschäft damals von ihren Eltern übernommen. „Ich habe den Salon in kleinen Schritten modernisiert und auch viel Geld investiert. Zu Beginn der Betriebsgeschichte befand sich der Salon in einem anderen Ladenlokal innerhalb der Hauptstraße. Heute sind wir ein Salon mit Kundschaft aus allen Generationen“, erzählt Papst-Sirna.

„Seit mehr als 90 Jahren bilden wir stetig aus, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Im Friseurmarkt, wo Kleinstbetriebe und Schwarzarbeit den Markt auffressen, die Mitarbeiter in den Salons fehlen, wollen wir eine Lanze für erfolgreiche Salons unserer Größe brechen“, betont Papst-Sirna. Die größte Herausforderung für die Branche in den nächsten Jahren sei das Thema Fachkräftemangel. „Dem können wir Handwerksbetriebe nur mit einer Top-Ausbildung entgegensteuern. Um auch in Zukunft gute, junge Leute zu finden, müssen wir ihnen etwas bieten. Die Bedeutung der Fachkräfte muss in den Fokus gerückt werden, um das Image des Berufes aufzuwerten“, betont Papst-Sirna. Fachkräfte müssen ihrer Meinung nach mehr Wertschätzung erhalten. Die Friseurmeisterin ist Mitglied bei Intercoiffure, der weltweiten Vereinigung der Friseurelite. „Der Austausch unter den Kollegen hilft, die Qualität innerhalb der Branche zu steigern und so zur Verbesserung des Images beizutragen.“