Dürften Handwerksmeister für Ein- und Zweifamilienhäuser schon Entwurf und Ausführung planen, hätte das Vorteile für sie und für Bauherren.
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Nicht die dümmeren Meister

NRW: Kleine Bauvorlagenberechtigung „bleibt im Gespräch“ – Zusage von FDP und CDU

Bauwirtschaft

Düsseldorf. Die Forderung nicht nur des Baugewerbes, die so genannte Kleine Bauvorlagenberechtigung in die neue Landesbauordnung aufzunehmen, haben die Politiker zwar nicht erfüllt. Das vor allem für Betonbauer- und Zimmerermeister wichtige Thema bleibt aber auf der Tagesordnung. Das hat der FDP-Landtagsabgeordnete und baupolitische Sprecher der Fraktion, Stephen Paul, den Baugewerblichen Verbänden (BGV) zugesichert.

Die Kleine Bauvorlagenberechtigung bedeutet, dass qualifizierte Handwerksmeister die Entwurfsplanung für kleinere Gebäude, also vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, ausführen können. Sie könnten dann alle Leistungen von dieser Entwurfsverfassung über die Ausführungsplanung bis zur Bauausführung aus einer Hand anbieten. Für die Bauherren wäre dies ein Beitrag zur Entbürokratisierung.

„Das wäre ein nicht zu unterschätzender weiterer Schritt auf dem Weg, möglichst schnell zu dem dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum zu kommen und damit die Lage auf diesem Markt zu entspannen“, hatten die BGV mehrfach für eine entsprechende Berücksichtigung in der neuen Landesbauordnung geworben. Sie verwiesen zudem darauf, dass schon acht Bundesländer diese Regelung haben und dies dort „weder eine Niveauabsenkung noch eine Gefährdung von Sicherheitsstandards zur Folge gehabt habe.

Auf einen neuerlichen Vorstoß der BGV antwortete nun der FDP-Bauexperte Stephen Paul, die Kleine Bauvorlagenberechtigung „bleibt im Gespräch. Wir sind sowohl FDP-intern als auch mit dem Koalitionspartner so verblieben, dass wir dieses Thema bei der Evaluation des Baurechtsmodernisierungsgesetzes in ein bis zwei Jahren erneut aufrufen werden“.

Man hätte zwar eine positive Entscheidung jetzt vorgezogen, aber „wir freuen uns über diese Zusage und werden gegenüber beiden Parteien und auch gegenüber Bauministerin Ina Scharrenbach hart am Ball bleiben“, kündigte BGV-Hauptgeschäftsführer Lutz Pollmann an. Er könne und wolle nicht hinnehmen, dass die Politik den Eindruck vermittelt, sie halte nordrhein-westfälische Meister in den Bauberufen „für dümmer und unqualifizierter“, als dies in anderen Bundesländern der Fall sei. Positiv hervorzuheben sei zudem, dass andere Handwerksorganisationen, vor allem der Unternehmerverband Handwerk NRW, ebenfalls auf die Kleine Bauvorlagenberechtigung drängen.

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