Laut Befragung setzen bereits rund 70 Prozent der Unternehmen, die mit Steuerberatern arbeiten, in der externen Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und der Kanzlei digitale Lösungen ein.
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Noch Luft nach oben

Studie zur Digitalisierung: Bei der effizienten Gestaltung der kaufmännischen Prozesse haben Handwerksunternehmen Aufholbedarf

Digitalisierung Betriebsführung

Nürnberg/München. Die Digitalisierung der kaufmännischen Prozesse im Handwerk kommt weiter voran. Dabei setzen die Betriebe verstärkt auf Steuerberater. Das ist eines der Ergebnisse der gemeinsamen Studie der DATEV eG und des handwerk magazins. Demnach nutzen Unternehmen, die regelmäßig etwa für die Finanzbuchführung oder Lohnabrechnung mit einer Kanzlei zusammenarbeiten, häufiger digitale Lösungen für ihre internen kaufmännischen Prozesse als Betriebe ohne Steuerberater. Zudem sind sie auch investitionsfreudiger.

Laut Befragung setzen bereits rund 70 Prozent der Unternehmen, die mit Steuerberatern arbeiten, in der externen Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und der Kanzlei digitale Lösungen ein. Bei der Rechnungserstellung, Lohnabrechnung und Finanzbuchführung sind es zwischen 50 und 60 Prozent. Immerhin rund 18 Prozent der Unternehmen kennen den Begriff Plattformökonomie oder haben ihn schon einmal gehört. Über die Hälfte von diesen geht davon aus, dass das keine Modeerscheinung ist, sondern die Geschäftsmodelle grundlegend verändern wird.

Bei der effizienten Gestaltung der kaufmännischen Prozesse ist noch Luft nach oben. „Beispielsweise bei der automatischen Weiterverarbeitung von kaufmännischen Belegen über digitale Schnittstellen“, erläutert Stefan Wunram, Leitender Berater Trends & Strategien bei der DATEV eG. Nur in 15 Prozent der Unternehmen kommen solche Schnittstellen zum Einsatz.

Doppelte Archivierung

Knapp 90 Prozent der Betriebe betreiben eine doppelte Archivierung, also eine digitale und eine in Papier. Laut der Befragung wollen 37 Prozent 2019 in effizientere digitale Lösungen für ihre kaufmännische Administration investieren. Besonders ausgabefreudig zeigt sich das Lebensmittelhandwerk, gefolgt vom Bauhauptgewerbe. Hier wollen durchschnittlich 39 beziehungsweise 34 Prozent zeitnah dafür Kapital aufwenden. 

Software für Branchen

Beim Thema Angebotskalkulation setzen die Betriebe vor allem auf eine valide Datenbasis aus ihren eigenen Systemen. Die Berechnung scheint aber immer wieder um die subjektive Einschätzung aus der eigenen Erfahrung ergänzt zu werden – bei 57 Prozent im Geschäft mit Privatkunden, bei 58 Prozent im Geschäft mit Gewerbekunden. Selbsterstellte Excel-Tabellen sind die häufigste Berechnungshilfe bei der Angebotskalkulation. Lediglich 43 Prozent arbeiten mit branchenspezifischer Software.

Achtung, Datenschutz!

Immer noch 13 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie zum Thema Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) noch nichts unternommen haben. Bei den kleinen Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern sind sogar 26 Prozent noch nicht tätig geworden. Die höchste Wertschätzung erhält Datenschutz in den Handwerken für den persönlichen Bedarf und im Lebensmittelhandwerk.