Der Fachkräftemangel verlangt nach großen Anstrengungen und guten Lösungen für das Handwerk. Ein Partnerprojekt zwischen Deutschland und Bosnien und Herzigowina soll helfen.
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Perspektive im Handwerk geben

Pilotprojekt: Fachkräfte aus Bosnien und Herzegowina

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Berlin. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist bereits heute eine der zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und der demografische Wandel wird sich in den kommenden Jahren zunehmend bemerkbar machen. Allein im Handwerk fehlen nach Schätzungen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) schon jetzt rund 250.000 Fachkräfte. Betriebe haben nicht mehr das Personal, um Kundenaufträge annehmen zu können. Bereits die Hälfte aller Betriebe beklagt, dass sie die offenen Stellen nicht mehr besetzen kann. Deshalb müssen alle Potenziale mobilisiert werden, im Inland wie im Ausland.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Geeignete Fachkräfte zu finden ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen, zu denen der überwiegende Teil der Handwerksbetriebe zählt, eine große Herausforderung. Deshalb müssen wir auch neue Wege der Fachkräftegewinnung gehen und die Möglichkeiten des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes nutzen. Ich freue mich, dass heute das Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Bundesagentur für Arbeit an den Start geht. Damit können wir ganz gezielt für den Bedarf deutscher Handwerksbetriebe die Gewinnung von Fachkräften erproben und wertvolle Erkenntnisse für die Zuwanderung nach Deutschland gewinnen.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert als Begleitmaßnahme zum neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt, das „Pilotprojekt zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte für das deutsche Handwerk“. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Bundesagentur für Arbeit hat zum Ziel, die aktive Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland für deutsche Handwerksbetriebe zu erproben und einen funktionierenden Rekrutierungs- und Einwanderungsprozess in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren im In- und Ausland zu entwickeln.

Hierfür wird die exemplarische Vermittlung von etwa 120 Fachkräften angestrebt. Das Projekt konzentriert sich auf die Berufe, in denen ein ausgewiesener Fachkräftemangel im Handwerk besteht: Elektroniker/in, Metallbauer/in sowie Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Partnerland soll Bosnien und Herzegowina sein. Mit der dortigen Arbeitsverwaltung ARZ finden bereits intensive Gespräche über eine Kooperation statt.

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer: „Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit unseren bosnischen Partnern. Mit diesem Pilotprojekt leistet das Handwerk nicht nur Pionierarbeit bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland. Zugleich ergeben sich neue Perspektiven für einen Austausch beider Länder in der beruflichen Bildung.“