Siegerfoto mit Siegerarbeit: Henning Lemcke (hinten, 3.v.r.) hat mit seinem Boot den Rosenberger Designpreis gewonnen.
Ihm und den beiden Zweitplatzierten Matthias Kolter (vorne) und Malte van den Brand (2.v.r.) gratulierten Dieter Philipp (l.) und Dr. Petronella Prottung (2.v.l.) von der Handwerkskammer sowie Jens Ulrich Meyer von der Aachener Bank. Als glückliche Gewinnerin im Publikumswettbewerb „Lieblingsstück“ wurde Erika Lieber beschenkt. © Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt

Platz eins für meisterhaftes Boot

Rosenberger Designpreis geht an Tischler Henning Lemcke

Pressemitteilung Akademie für Handwerksdesign News

Aachen. Henning Lemcke ist Tischler. Und seit einigen Tagen auch Handwerksdesigner. Nicht nur das: Lemcke hat den ersten Platz beim Rosenberger Designpreis belegt. Mit seinem „Boot“, der Abschlussarbeit an der Akademie für Handwerksdesign, hat er die fachkundige Jury überzeugt und den zum siebten Mal von Aachener Bank und Handwerkskammer Aachen ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen.

Die Chance, bei seinem „Boot“ nicht die Anwendung an die erste Stelle zu setzen, war sicherlich eine Herausforderung. „Diese hat er meisterhaft gelöst“, sagte Dr. Petronella Prottung, Leiterin der Akademie für Handwerksdesign auf Gut Rosenberg in Aachen-Horbach. Seine Arbeit mache deutlich, dass hohe ästhetische Ansprüche und ergonomische, technische und nachhaltige Anforderungen sich gegenseitig unterstützen können. Entstanden sei eine komplexe plastische Form, die sich durch das Biegeverfahren selber gebildet habe. Und funktionstüchtig sei dieses außergewöhnliche Boot (Kajak) allemal. Lemcke erhielt für seinen ersten Platz ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Die Jury, die für ihn votierte, bestand aus Vertretern der Aachener Bank, der Handwerkskammer, der Akademie, der Stiftergemeinschaft zur Förderung des Handwerks in der Region und der FH Aachen (Fachbereich Produktdesign).

Den zweiten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro vergab die Jury gleich zwei Mal. Zum einen an den Tischlermeister und Meisterdesigner Matthias Kolter und zum anderen an den Glasermeister und Meisterdesigner Malte van den Brand.

Kolter hat mit „Cover“ eine Notschlafstelle für Obdachlose entwickelt. Für ihn war hierbei die konsequente Beschäftigung mit diesen Menschen genauso wichtig wie die Analyse mit Form, Material und Farbe. Die Untersuchungen im Bereich Dämmung und Außenhaut führten zu nachhaltigen Materialien aus wetterfestem Pappmaché und einer Innendämmung, die ästhetischen und funktionalen Ansprüchen auf höchster Ebene gerecht wird. Seine akribischen Untersuchungen dokumentiert Kolter in zahlreichen Modellen, auch im 3D-Druck sowie in einem Prototyp im Maßstab 1:1.

Die Video-Rauminstallation „Präsenz“ von van den Brand spielt mit der menschlichen Wahrnehmung von Zeit und Dauer auf der Grundlage philosophischer Untersuchungen. Gibt es einen Fixpunkt, eine Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft? Der Betrachter der Installation begibt sich auf die Suche und wird durch eigene Aktion ein Teil von ihr. Van den Brand, der sonst eher gegenständlich gestaltet, wollte sich in seiner Arbeit einmal „austoben“ und die Grenzen ausloten. „Für gestalterisches Tun ist eine Auseinandersetzung mit solchen Fragen grundlegend“, sagte Prottung.

„Lieblingsstück“ der Besucher
Matthias Kolter erhielt noch eine weitere besondere Auszeichnung. Sein „Cover“ wurde von den Besuchern der Examensausstellung an der Akademie für Handwerksdesign zu ihrem „Lieblingsstück“ gewählt. Aus allen Besuchern, die bei diesem Wettbewerb mitstimmten, wurde als Gewinnerin Erika Lieber aus Herzogenrath gezogen. Sie erhielt ein dekorierendes, sehr ausgefallenes Objekt aus geschmolzenem Glas und Draht, das der Steinmetz und Steinbildhauer Tobias Hartmann hergestellt hat. Auf der Grundlage dieser Arbeit entwickelte Hartmann Fotogramme, die zu seiner Examensarbeit wurden. Auch Hartmann erhielt kürzlich das Zeugnis als Handwerksdesigner.

Um den Rosenberger Designpreis hatten sich in diesem Jahr alle 20 Absolventen des aktuellen Prüfungsjahrgangs beworben. Mit Spannung verfolgten sie die Preisverleihung in der Hauptgeschäftsstelle der Aachener Bank. Dort, an der Theaterstraße 5, sind die teilnehmenden Arbeiten in einer Ausstellung noch bis zum 25. Juli zu sehen.

„Für die Verlässlichkeit, die lebendige Zusammenarbeit und die Möglichkeit, dass die Arbeiten eine Zeit lang hier in den Räumen der Aachener Bank ausgestellt werden, sind wir sehr dankbar“, sagte Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen. In den letzten Jahren haben sich Kunden und Besucher der Bank die Arbeiten sehr genau angeschaut, anerkennend über sie gesprochen und die beiliegenden Visitenkarten mitgenommen.

Info: Die Ausstellung der Examensarbeiten ist bis Mittwoch, 25. Juli, in der Aachener Bank, Theaterstraße 5, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag: 8.30 bis 18 Uhr, Dienstag und Mittwoch: 8.30 bis 17 Uhr, Freitag: 8.30 bis 13 Uhr.