Auf dem Weg zur Meisterin: Zimmerin Laura Mandt besucht im BGZ Simmerath den Vorbereitungslehrgang. Fotos: Michael Strauß

Premiere bei den Zimmerern

Laura Mandt ist die erste Frau in einem Meisterkurs – Kollege Moritz Knauf kennt BGZ und Akademie

Von Elmar Brandt

Simmerath. Dass Laura Mandt Zimmerermeisterin wird, ist eigentlich klar. Schließlich ist sie im elterlichen Betrieb mit dem traditionellen Handwerk groß geworden und hat von Kindesbeinen an den Holzgeruch eingeatmet. Dass eine Frau in diesem Gewerk die Meisterschule im Bildungszentrum BGZ Simmerath besucht, ist dagegen völlig neu. Eine Premiere. Kurzzeitig hatte die junge Handwerkerin einmal einen anderen Weg eingeschlagen. Nach der Realschule und Höheren Handelsschule startete sie eine Ausbildung im Büro. Das war es nicht. Schon bald konnte sie nicht mehr ruhig sitzen – Laura Mandt ist für das Handwerk geboren. Also ging sie als Praktikantin in den Betrieb ihres Vaters Thomas Mandt in Niederkassel, und das war die richtige Entscheidung. Ihre Lehre absolvierte sie von 2012 bis 2015.

Als Gesellin hatte sie im Unternehmen sowohl mit der Praxis als auch mit der Theorie und der Unternehmensführung im Büro zu tun. Die Mischung macht ihr Spaß und die Perspektive, den Betrieb, der zurzeit in vierter Generation geführt wird, irgendwann einmal zu übernehmen, reizt sie sehr.

Derzeit muss sie natürlich viel lernen und praktisch üben, um bei der Meisterprüfung gut abzuschneiden. Die Teile 3 und 4 hat sie schon in der Tasche, jetzt geht es um das Fachliche. Durch die Zusammenarbeit mit Altgesellen im Betrieb hat sie viel berufliche Erfahrung gesammelt. Das kommt ihr jetzt zugute. Ehrgeizig stellt sie sich den in der Meisterschule gestellten Aufgaben und profitiert dabei davon, dass sie in einer Klasse mit offenen Kollegen und Dozenten, die sich Zeit für jeden einzelnen Teilnehmer nehmen, gute Lernbedingungen vorfindet. Ihre männlichen Mitstreiter haben sie zur Klassensprecherin bestimmt, die sich wie in anderen Schulen um die Führung des Klassenbuches kümmert, darüber hinaus aber auch immer im Austausch mit den Dozenten und den Lehrgangsverantwortlichen im BGZ der Handwerkskammer steht und die Interessen der Meisterschüler vertritt. Verantwortung übernimmt sie gerne – eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere im Zimmererhandwerk. Laura Mandt schätzt die Atmosphäre im BGZ Simmerath und die schöne Landschaft in der Eifel sehr und kann die Teilnahme an einem Meisterprüfungs-Vorbereitungskurs dort nur empfehlen.

Bauen und basteln

Sehr gute Erfahrungen mit dem BGZ, aber auch mit der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg der Handwerkskammer Aachen hat Zimmerer Moritz Knauf gemacht. Nach seinem Studium zum Handwerksdesigner an der Akademie setzt er nun den Meisterbrief drauf und darf sich nach erfolgreicher Prüfung demnächst Meisterdesigner nennen. Der junge Familienvater sagt, dass er an der Akademie sehr viel Know-how in Gestaltung erworben und in „tollen Werkstätten“ viele praktische Erfahrungen gesammelt hat, auch in Bereichen, die nicht direkt mit dem Zimmererhandwerk zu tun haben, so zum Beispiel im Schweißen. Vor allem hat ihm gefallen, verschiedenen Herangehensweisen an Aufgaben und Probleme auszuprobieren und dabei herauszufinden, was ihm liegt und was nicht. Die Teile 3 und 4 der Meisterprüfung hat er im Rahmen des Studiums absolviert. Auch er kann sich nun voll und ganz auf die Fachtheorie und die Fachpraxis konzentrieren.Knauf hat 2011 in Aachen sein Abitur gemacht, jedoch war auch für ihn frühzeitig klar, dass sein Weg ins Handwerk führt. „Mein Vater hat früher viel selber gebaut, da habe ich schon viel mitbekommen und gelernt“, erzählt er. Mit Holz arbeiten und gestalten, basteln, bauen und sanieren – das alles gefällt Moritz Knauf, der sich gerne neuen Herausforderungen stellt und es sehr mag, nach der Arbeit „richtig dreckig“ zu sein und zu sehen, dass er körperlich gearbeitet hat.Für seine Familie hat Knauf schon selber einen Bauwagen gebaut, in dem sie demnächst innerhalb eines Siedlungsprojekts wohnen werden. Ihr Ziel ist es, sich weitestgehend selber versorgen zu können. Dabei wird viel handwerkliches Geschick gefragt sein.