50 Jahre BBiG: Da muss natürlich auch immer wieder geschraubt, gedreht und angepasst werden.
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Solides Fundament für das Berufsbildungssystem

50 Jahre BBiG – Garant für hohe Qualität. Raum für Entwicklung.

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Berlin. Seit 50 Jahren gibt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) den bundeseinheitlichen Rahmen für die betriebliche Ausbildung und die Ausgestaltung der Berufe durch die Sozialpartner vor. Angesichts der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit und der Bedeutung für die Fachkräftesicherung eine besondere Erfolgsgeschichte.

„50 Jahre BBiG bedeutet 50 Jahre Verlässlichkeit und solides Fundament für das Berufsbildungssystem in Deutschland. Das BBiG setzt einen bewährten rechtlichen Rahmen für das erfolgreiche System der Dualen Berufsbildung und die darauf aufbauende Höhere Berufsbildung. Davon profitieren Handwerksbetriebe, die dringend qualifizierten Fachkräftenachwuchs benötigen, ebenso wie die Auszubildenden. Durch seine verbindlichen Standards sichert das BBiG die Qualität der Aus- und Fortbildung bundesweit“, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).
 
Vor 50 Jahren habe der Gesetzgeber sehr klug erkannt, dass die Berufsbildung einen verlässlichen und fairen Ordnungsrahmen braucht, der zugleich so flexibel ist, dass Anpassungen an Entwicklungen in Gesellschaft und in einer dynamischen Arbeitswelt möglich sind. Auch die im BBiG verankerten starken Kooperationsstrukturen zwischen den Verantwortlichen auf regionaler sowie auf Landes- und Bundesebene haben sich sehr bewährt: So wirken Sozialpartner und Berufsschullehrer beispielsweise in den Berufsbildungsausschüssen der Kammern zusammen, um die örtlichen Ausbildungsbedingungen optimal zu gestalten und  um die berufliche Fortbildung bedarfsgerecht zu entwickeln.
 
„Das BBiG kann sicher nicht für alle Herausforderungen des Berufsbildungssystems eine Lösung bieten, aber es liefert einen sehr guten Orientierungsrahmen und ist deshalb von großem Wert“, betont Wollseifer. So regelt es zum Beispiel die Rechte und Pflichten von Ausbildern und Auszubildenden. Das schaffe Sicherheit und Transparenz für alle Beteiligten. Das BBiG bildet auch die Grundlage für bundesweit gültige Aus- und Fortbildungsverordnungen und sorge auf diese Weise dafür, dass berufliche Abschlüsse in Deutschland eine verlässliche und anerkannte Währung auf dem Arbeitsmarkt seien.

In Bezug auf das im parlamentarischen Verfahren befindliche Berufsbildungsmodernisierungsgesetz fordert der ZDH die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, Überregulierungen sowie neue finanzielle Belastungen von Ausbildungsbetrieben, insbesondere durch eine Mindestausbildungsvergütung, zu minimieren.
 
Um die Zukunftsfähigkeit der Berufsprüfungen zu bewahren, müssen die ehrenamtlichen Prüfer und Prüferinnen bei der Abnahme von Prüfungen zeitlich entlastet werden, so der ZDH. Die Prüfungsvorschriften im BBiG und der HwO seien deshalb so zu ändern, dass eine Prüfungsabnahme mit zwei statt drei Prüfern für alle praktischen Prüfungsformen rechtssicher möglich sei.
 
Der Vorschlag der Bundesregierung, die Fortbildungsabschlüsse künftig zusätzlich zu den bisherigen Berufsabschlussbezeichnungen durch attraktive und international verständliche Stufenbezeichnungen zu ergänzen, wird vom ZDH unterstützt: Die Bezeichnungen „Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional“ sind aus Sicht des Handwerks sehr gut geeignet, um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und zugleich die Eigenständigkeit beider Bildungsbereiche unverwechselbar zum Ausdruck zu bringen. Wollseifer: „Zudem tragen sie zu einer größeren internationalen Vergleichbarkeit von Abschlüssen bei, was im Zuge einer Fachkräftegewinnung aus dem Ausland sicherlich von Vorteil ist.“