Kommunalpolitisches Forum auf Schloss Raesfeld: In diesem Jahr begrüßten Hans Hund (3.v.l.) und Andreas Ehlert (5.v.l.) von Handwerk.NRW Heimatministerin Ina Scharrenbach.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

„Starke Heimat braucht starkes Handwerk“

Kommunalpolitisches Forum mit Ministerin Ina Scharrenbach

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Raesfeld.  „Was ist und was kann Heimatpolitik?“ war die Leitfrage des kommunalpolitischen Forums, zu dem Vertreter des Handwerks mit haupt- und ehrenamtlichen Funktionsträgern aus der kommunalen Politik zusammentrafen.

Aus Sicht des Handwerks, so stellte Andreas Ehlert zu Beginn heraus, darf sich das neue Politikfeld Heimat nicht auf Brauchtumspflege und Förderung lokaler Kultur beschränken. Sie braucht einen breiteren Ansatz, bei dem es im Sinne des Subsidiaritätsprinzips darum gehen muss, auf die Vielfalt und den Wettbewerb dezentraler Akteure zu setzen und diese durch mehr Freiraum für eigenverantwortliche Entscheidungen zu stärken. „Starke Heimat braucht starkes Handwerk“, betonte der Präsident von Handwerk.NRW.

Bei dem kommunalpolitischen Forum diskutierten in einer ersten Podiumsrunde Experten wie der Raumforscher Professor Dr. Thorsten Wiechmann von der TU Dortmund, Dr. Matthias Mainz von IHK NRW und Bürgermeister Stefan Raetz aus Rheinbach sowie Hauptgeschäftsführer Peter Deckers von der Handwerkskammer Aachen über die Frage, welchen Beitrag dazu die Landes- und Regionalförderung leisten kann. Raetz erinnerte seine Kollegen daran, dass man die kommunale Planungshoheit hätte, „das ist ein sehr hohes Gut, das wir auch wahrnehmen müssen“, so der Bürgermeister von Rheinbach. Und die Bereitschaft zu Veränderungen müsse da sein, bei der Kommunalpolitik und bei den Bürgern. Oftmals sehe er, dass viele Menschen lieber bewahren statt verändern wollten. Raetz sprach sich auch für eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit aus.

In diesem Zusammenhang hob der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen das interkommunale Gewerbegebiet Eschweiler/Inden hervor. „Das hat Leuchtturmwirkung für NRW“, sagte Peter Deckers.

In einer zweiten Runde mit Dr. Philipp Breidenbach vom RWI-Leipzig-Institut für Wirtschaftsförderung, Johannes Pöttering von unternehmer.nrw und Wolfgang Borgert von der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe stand im Mittelpunkt, was Land und Kommunen zur Stärkung mittelständischer Strukturen tun können. Wichtige Stichworte waren dabei gute Rahmenbedingungen für Fachkräftesicherung, dezentrale Innovationsprozesse sowie Bürokratieabbau und Qualität von Verwaltungsdienstleistungen.

Große Beachtung fand der Impulsvortrag von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, die unter anderem auf die novellierte Landesbauordnung einging, aber auch die aktuelle Debatte um den „Hambacher Forst“ nicht aussparte. Und sie betonte ebenso wie die anderen Teilnehmer des kommunalpolitischen Forums: „Heimat und Handwerk sind untrennbar!“