Tunesien als wichtiger Handelspartner der EU.
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Tunesiens Wachstumsmarkt im Blickfeld

Großes Potenzial gibt es in der Bauwirtschaft, der Automobil- oder auch der Gesundheitsindustrie

Bauwirtschaft

Die Nähe zu Europa macht Tunesien zu einem interessanten Standort. Mehr als 70 Prozent der Exporte und über 60 Prozent der Importe werden mit Ländern der Europäischen Union ausgeführt. Auch deutsche Unternehmen produzieren hier, um ihre Produkte in Europa abzusetzen oder dort fertigzustellen.

Mit dem Beitritt zum Gemeinsamen Markt für das Östliche und Südliche Afrika (COMESA) im Sommer vergangenen Jahres will Tunesien die Abhängigkeit von Europa als Handelspartner reduzieren und sich neue Märkte auf dem eigenen Kontinent erschließen. Mit diesem Ziel sollen ebenfalls die Zusammenarbeit mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) ausgebaut und die internationalen Beziehungen auf diplomatischer und privatwirtschaftlicher Ebene intensiviert werden.

Großes Potenzial gibt es in Sektoren wie der Bauwirtschaft, der Automobil- oder auch der Gesundheitsindustrie. Hier kann Tunesien auch europäischen Unternehmen als Sprungbrett dienen: Das relativ gute Angebot an Ingenieuren und Fachkräften zu günstigeren Löhnen als in Europa könnten sie nutzen, um die Tür nach Afrika weiter aufzustoßen. Ein Schlüssel können dabei verstärkte Kooperationen im IT-Sektor sein. Tunesiens Digitalwirtschaft zeigt seit einigen Jahren eine überdurchschnittlich gute Entwicklung. Gleichzeitig boomt in einigen afrikanischen Ländern der Markt für mobile Finanzdienstleistungen und auch der E-Commerce ist vielerorts stark im Wachsen.

Deutschen Unternehmen bieten sich gute Chancen im Bereich der Umwelttechnik. Die tunesische Regierung möchte das Recycling und die Abfallverwertung ausbauen. Bei der Finanzierung von Planungs- und Baukosten wird der Staat durch internationale Geber unterstützt. Der Privatsektor soll über verschiedene Modelle öffentlich-privater Partnerschaften stärker partizipieren. Tunesische Entsorger suchen im Rahmen von Konzessionsmodellen oft nach ausländischen Technologiepartnern.