Ziele: Ohne diese arbeitet und lebt Musiker und Extremsportler Joey Kelly (2.v.l.) nicht.
Hans-Jörg Herten (Autohaus Herten), Andrea Erkelenz (IKK classic) und Kreishandwerksmeister Gerd Pelzer zeigten sich ebenso begeistert von den Abenteuern des „Kelly-Rebellen“ wie die zahlreich erschienenen Zuschauer. © Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

„Wir setzen uns Grenzen, die gar nicht da sind“

Motivieren und Ziele setzen – Extremsportler Joey Kelly riss seine Zuhörer im Autohaus Herten mit

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Düren. Es begann mit einer Wette: Ausdauersport als Ausgleich zu seiner Arbeit mit der legendären „Kelly Family“, die in den 1990er Jahren große musikalische Erfolge feiert und das auch heute wieder tut. Diese Zeit lehrte Joey Kelly mit Disziplin und Ehrgeiz seine Ziele zu erreichen und sich zukunftsorientiert neue Ziele zu setzen.

„Ich arbeite und lebe nicht ohne Ziele, das ergibt für mich keinen Sinn. Wir müssen uns selbst motivieren und Ziele setzen“, sagte Joey Kelly im Dürener Autohaus Herten. Dort riss der Extremsportler seine Zuhörer in einem spannenden Motivationsvortrag über sein abenteuerliches Leben mit. Für die eigenen Ziele gibt es keine Grenzen, so seine Überzeugung. Kelly: „Wir setzen uns Grenzen, die gar nicht da sind!“

Kreishandwerkerschaft Rureifel, Autohaus Herten und IKK classic hatten Joey Kelly eingeladen. Es ging an diesem Abend um das Thema Motivation, die laut Andrea Erkelenz, Regionalgeschäftsführererin der Krankenkasse, einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Handwerksbetriebe darstellt; und zwar bei den Mitarbeitern genauso wie bei den Chefs. Erkelenz: „Alles beginnt mit dem ersten Schritt. So ist das auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement.“

Kreishandwerksmeister Gerd Pelzer verglich die Kelly Family mit einem Familienunternehmen im Handwerk, das sich Stück für Stück entwickelt und zum Champion geworden ist. „Alle Achtung, was Ihre Familie und jeder einzelne von Ihnen geleistet hat“, so Pelzer. Von seiner Großmutter habe er gelernt, dass eine Medaille zwei Seiten habe. Übertragen auf viele Lebenslagen bedeute das Schweiß, Tränen und Disziplin. Pelzer: „Das eine geht nicht ohne das andere.“

Motivierende Impulse ließ Joey Kelly in seinem Vortrag dann wie Funken durch den Saal fliegen. Angefangen mit kurzweiligen Anekdoten aus seiner Kindheit über die Entstehung einer der erfolgreichsten und ungewöhnlichsten Bands Deutschlands zeichnete er den Weg bis hin zu seinen Extremsport-Erfolgen, die aus ihm den „Popstar mit dem längsten Atem“ gemacht haben. „Wir haben vor 40 Jahren etwas gepflanzt, was wir heute noch ernten“, so der „Rebell“ der Kelly Family, wie er sich selbst nennt.

Der Sport veränderte Joey Kellys Leben und lässt ihn die ganze Welt bereisen, um sich den härtesten Ultra-Wettkämpfen zu stellen. Innerhalb von nur zwölf Monaten ist er acht Mal Ironman geworden – ein Rekord, der vor ihm noch keiner schaffte.

Vom Atacama Crossing Chile (250 Kilometer Laufen in knapp über 36 Stunden) und den Badwater Ultramarathon (217 km in gut 43 Stunden) über den Ultraman auf Hawaii (10 km Schwimmen, 421 km Radfahren, 84 km Laufen in drei Tagen) und einem Wettlauf zum Südpol (mit Markus Lanz im Team 400 km bei minus 40 Grad Celsius in zehn Tagen) bis hin zum „Race across America“ (5.000 km auf dem Rad in acht Tagen) hat Joey Kelly bisher alle Events erfolgreich gemeistert.

Dies ist umso beeindruckender, wenn man sich vor Augen hält, dass das Energiebündel als Künstler, Manager und Familienvater einen Fulltimejob hat. Auf die Frage, warum es oft so extrem sein müsse, antwortet Joey Kelly voller Überzeugung: „Weil es mir Spaß macht!“

Der 46-Jährige mag auch das Kuriose und wanderte vor einem Jahr erneut 900 km von Norddeutschland bis hinauf auf die Zugspitze, wobei er sich ausschließlich von dem ernährte, was er in der Natur und entlang des Weges fand. Nach 15 Tagen war er auf dem Gipfel – und 15 Kilo leichter. „Der ganze Spaß hat mich 9,24 Euro gekostet“, blickt der Extremsportler schmunzelnd zurück. Das Geld hat er in den Kauf einer Plane aus dem Baumarkt investiert, die er als Zeltersatz fürs Nachtlager nutzte. Mit seinen Aktionen Geld zu verdienen, ist durchaus Kellys Absicht – sogar möglichst viel davon, das dann als Spende guten Zwecken zufließt. „Gib mehr, als Du nimmst“, lautet Joey Kellys Motto.

Für ihn stelle das ganze Leben einen Marathon dar. Seinen Zuhörern gab er eine Empfehlung mit auf den Weg: „Laufen oder wandern Sie doch mal einen Halbmarathon. Lassen Sie sich einfach 21,1 Kilometer entfernt absetzen. Glauben Sie mir, Sie haben dann ein Ziel: Zuhause!“