Zufriedene Handwerker

Studie: Sinn und regionaler Bezug sind wichtig

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Köln. Wir verbringen in einem Jahr durchschnittlich rund 1.700 Stunden bei der Arbeit. Dass wir mit unserem Beruf und unserer Arbeit zufrieden sind, wird damit zur grundlegenden Voraussetzung für unser persönliches Glück. Wie zufrieden sind Mitarbeiter im Handwerk in ihrem aktuellen Job? Das Marktforschungsinstitut respondi hat im Auftrag von meinestadt.de insgesamt 2.068 Studienteilnehmer zum Thema Arbeitszufriedenheit befragt – davon rund 110 aus dem Handwerkssektor.

Die Befragten aus dem Handwerk sind mehrheitlich zufrieden mit ihrem Job. 60,5 Prozent stimmen der Aussage „Alles in allem ist mein Job gut“ zu – bei allen 2.068 Befragten sind es 62,5 Prozent. Die Teilnehmer aus dem Handwerk geben allerdings auf einer Skala im Vergleich am häufigsten den Spitzenwert an – fast 23 Prozent sagen, dass die Aussage „voll und ganz“ zutrifft. Das sind in der Gesamtstichprobe nur 18 Prozent. Außerdem fällt die Bewertung der Kollegen und des direkten Vorgesetzten im Handwerk besonders gut aus.

Berufliche Fortschritte
Die Studie macht deutlich, dass Befragte aus dem Wirtschaftszweig Handwerk die Arbeitszufriedenheit auch mit beruflichen Fortschritten verbinden. So hängt die Entwicklung neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders stark mit der Bewertung der allgemeinen Zufriedenheit am Arbeitsplatz zusammen. Bereits bei der Entscheidung zur Wahl des Ausbildungsweges spielen Interessen und Fähigkeiten eine große Rolle. Ausschlaggebend für die Wahl des Berufs sind in dieser Zielgruppe zudem die beruflichen Perspektiven.

Die im Handwerk überwiegend ausgeprägte Zufriedenheit im Beruf spiegelt sich in einer weiteren Zahl wider: Rund 66 Prozent der Befragten würden auch nach einem hohen Lottogewinn weiterarbeiten. Das macht deutlich, dass der Großteil der Beschäftigten im Handwerk in der Arbeit mehr sieht als eine reine Verdienstmöglichkeit. Arbeit ist nicht nur Mittel zu Zweck, sondern beinhaltet auch einen sinnstiftenden Faktor.

Bei der Frage nach der Umzugsbereitschaft zeigt sich, dass Studienteilnehmer aus dem Handwerk ihr Arbeitsglück lieber vor Ort und in ihrer Region suchen. Rund 38 Prozent geben an, eher nicht umziehen zu wollen, 20,2 Prozent schließen es in jedem Fall aus. Zum Vergleich: Unter allen Befragten wollen 29,9 Prozent eher nicht, 17,4 Prozent keinesfalls für einen neuen Job umziehen. Einen berufsbedingten Umzug könnten sich Befragte aus dem Handwerk, wenn überhaupt, für mehr Gehalt vorstellen.

Bedürfnisse im Blick
Fachkräfteengpässe sind im Handwerk spürbar. Um geeignetes Personal zu finden, müssen Arbeitgeber kreativ werden und neue Wege gehen. Dabei ist es wichtig, die Bedürfnisse potenzieller Bewerber in den Blick zu nehmen. „Unternehmen sollten beispielsweise die Faktoren Sinnstiftung und Regionalität viel stärker im Employer Branding nutzen“, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. Hier geht es zur Zufriedenheitsstudie: