Ja zum Meister!
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Zurück zur Pflicht

Bundesrat stärkt Initiative zur Wiedereinführung

Berlin. Der Bundesrat hat sich für eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen ausgesprochen. Die Länderkammer stimmte einem entsprechenden Antrag Bayerns zu. Darin wird die Bundesregierung gebeten, den verpflichtenden Meisterbrief in allen Handwerken wieder einzuführen, bei denen es fachlich geboten – und europarechtlich möglich sei.

Im Jahr 2004 war in 53 von 94 Handwerksberufen die Meisterpflicht weggefallen, darunter in Berufen wie Fliesenleger, Parkettleger, Rollladen- und Jalousienbauer, Gold- und Silberschmied und Orgelbauer. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will dies seit Langem wieder ändern.

Zur Annahme des Antrags erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke: „Dies ist eine sehr gute Entscheidung des Bundesrates. Er setzt damit ein klares Signal zur Sicherung und zum Ausbau des Qualifizierungssystems im Handwerk. Dazu gehört insbesondere die Initiative zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in zulassungsfreien Gewerken. Das Meisterbrieferfordernis ist Garant für effektiven Verbraucherschutz, erfolgreiches Unternehmertum und nachhaltige Fachkräftesicherung. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, möglichst bald einen Gesetzesentwurf vorzulegen.“

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) reagierte ebenfalls erfreut über das Ergebnis. Dazu ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa: „Das ist ein wichtiges Signal der Ländervertretung an den Bundestag und die Bundesregierung, die Wiedereinführung der Meisterpflicht nicht mehr auf die lange Bank zu schieben, sondern möglichst zügig zu einer entsprechenden Änderung der Handwerksordnung zu kommen. Diese Entscheidung begrüßen wir sehr, sehen wir doch insbesondere im Fliesenlegerhandwerk, zu welchen Verwerfungen die Abschaffung der Meisterpflicht 2004 geführt hat."