Für den neuen Präsidentenkopf: René Anschütz (links) und Marco Herwartz mit Gipsabdruck und neuem Haar.
News vom 13.01.2026Erstmal Gips!
Text: Doris Schlachter
Wie Friseurmeister René Anschütz dem HWK-Präsidenten Marco Herwartz den »schönen Fiffi« verpasst. Ehrentoupet wird feierlich aufgesetzt.
Wenn in Aachen ein Ehrentoupet verliehen wird, dann ist das kein Fall für Konfetti allein – sondern für echtes Können. Denn bevor Handwerkskammer-Präsident Marco Herwartz diese Woche, am 25. Januar um 16:11 Uhr, bei der Festsitzung der Lustigen Oecher Figaros in »Das Liebig« die neue Haarpracht offiziell aufgesetzt bekommt, musste erst einmal geklärt werden: Toupet oder doch eher Ganzkopf für den Glatzkopf?
»Kein Toupet für Marco«, sagt René Anschütz mit Bestimmtheit, »sondern eine Perücke – es sind nun mal keine Haare da. Das ist kompletter Haarersatz.« Und weil Handwerk nun mal mit Maßarbeit beginnt, wurde der Kopf des Präsidenten nicht einfach »Pi mal Scheitel« geschätzt. Der Friseurmeister griff zum Augenbrauenstift und zeichnete die Konturen direkt auf den glänzenden Präsidentenkopf. Der nächste Schritt klingt nach Karneval im Baumarkt: Abdruck mit dünner, flexibler PU-Folie, Kontur nachgezogen, dann der große Moment für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie man den obersten Handwerker unserer Region fachgerecht einpackt: Mit dünnen Gipsbinden wurde der Kopf eingegipst – anschließend ging’s unter die Trockenhaube. So ein kleines Wellnessprogramm tut zum Jahresende besonders gut…
Der Abdruck dient als Negativ, wird später wieder mit Gips ausgegossen – Positiv. Und dann beginnt die Feinarbeit: anpassen, Haare weg, Haare dazu, Schnitt, Form. Gearbeitet wird mit einer vorhandenen, vorgearbeiteten Perücke, die individuelle am Kopf exakt abgestimmt wird. Eine komplett neue Haarprothetik wäre nämlich eine andere Liga: bis zu ein halbes Jahr Arbeit, 100 bis 200 Stunden Knüpf- und Detailarbeit. Den Präsidenten der Handwerkskammer Aachen hat Figaro Anschütz in nur rund acht Stunden gestylt – inklusive humorvollen und natürlich professionellen »Making-of«-Programm.
Bei aller Jeckheit bleibt Friseurmeister René Anschütz ernst in der Sache: »Das ist eine Verleihung, ein Orden – da können wir als Friseure auch mal öffentlich unser Handwerk zeigen. Ich sehe das nicht als Karnevalswitz.« Und genau darum passt das Ehrentoupet am Ende so gut: Es ist haargenaues Handwerk, das Spaß macht.