Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Jugendliche werden in diesem Projekt genau richtig angesprochen und individuell mitgenommen. Ihre Talente werden gesehen und gefördert.

News vom 19.12.2025Projekt Easy to ignore

Wenn Talente sichtbar werden, die sonst leicht übersehen werden

Was passiert, wenn Jugendliche, die sich beruflich noch nicht festgelegt haben, plötzlich ganz praktisch arbeiten dürfen? Wenn sie ausprobieren, gestalten, lackieren – und dabei merken, was in ihnen steckt? Genau darum geht es im Projekt „Easy to ignore“, das die Handwerkskammer Aachen gemeinsam mit ANTalive im Bildungszentrum TraCK Düren umsetzt.

Teilnehmende sind Schülerinnen und Schüler der Dürener Heinrich-Böll-Gesamtschule, überwiegend aus der 9. und 10. Klasse. Viele von ihnen wissen noch nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten. Manche gelten als durchschnittlich, andere fallen im Schulalltag kaum auf. Genau diese Jugendlichen nimmt das Projekt bewusst in den Blick – und gibt ihnen Raum, ihre Stärken zu entdecken.

Im Mittelpunkt steht eine kreative Aufgabe: Innerhalb von rund 40 Unterrichtseinheiten entwickeln die Jugendlichen mit einem Designprogramm eigene Motive und übertragen diese mithilfe von Lackier- und Plottertechniken auf die Rückseite einer Plexiglasplatte. Am Ende entsteht eine hochwertige Hinterglaslackierung, die jede und jeder mit nach Hause nehmen darf. Was zunächst unsichtbar auf der Rückseite beginnt, wird zum glänzenden Ergebnis – ein passendes Sinnbild für das Projektmotto „Easy to ignore“.

Wie viel Begeisterung dabei entsteht, zeigen die Reaktionen der Jugendlichen selbst. „Das ist einfach geil hier!“, sagt Luna (15). Bliss (14) aus der 9. Klasse ergänzt: „Ich weiß noch nicht, was ich beruflich machen möchte, aber dieses Angebot hier ist auf jeden Fall sehr interessant. Besonders das Lackieren finde ich gut.“ Für Joline (16) ist es bereits das zweite Projekt im TraCK Düren. Nach einem Besuch beim Girls’ Day im vergangenen Jahr meldete sie sich bewusst wieder an. „Mir macht das total viel Spaß. Lackieren ist cool. Ich arbeite gerne mit Farben“, erzählt sie. Joline kann sich gut vorstellen, später als Malerin und Lackiererin zu arbeiten – und denkt sogar noch weiter: „Und dann mache ich vielleicht noch eine Ausbildung zur Elektrikerin. Ich will was tun, ich kann nicht lange still sitzen.“

Begleitet werden die Jugendlichen von den Ausbildungsmeistern Philip Calles und Mathias Frauenrath sowie Markus Hoppe vom multiprofessionellen Team der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Er begleitet die Schülerinnen und Schüler in der beruflichen Orientierung – und ist vom Projekt überzeugt: „Solche Angebote sind Gold wert. Die Jugendlichen werden hier genau richtig angesprochen und toll mitgenommen. Ihre Talente werden gesehen und gefördert.“

Sein Fazit bringt die gesellschaftliche Dimension des Projekts auf den Punkt: „Kinder und Jugendliche sind die einzige Ressource, die wir als Land haben.“