Screenshot vom Online-Bewerbungstool der Homepage der Firma HolzArt
www.holzart.ac/karriere.html
Online-Bewerbungstool auf der Homepage der Firma HolzArt aus Roetgen

News vom 19.06.2026Bewerben so schnell wie das Zähneputzen

Der Tischlerbetrieb HolzArt aus Roetgen bietet auf seiner Webseite ein Formular zur Schnellbewerbung mit wenigen Klicks an.  

Text: Alexander Bank

Direkt bewerben, das wird beim Roetgener Tischlerbetrieb Holzart wörtlich genommen: Der Erstkontakt dauert gut zwei Minuten und läuft nach klarer Anleitung ab, benötigt wird nur die Tastatur von Smartphone, Tablet oder PC.
Vor gut drei Jahren war Betriebsinhaber Herbert Müller intensiv mit der Personalsuche beschäftigt, aber der Markt war so leer, dass der klassische Weg – der Hinweis auf der Webseite mit Bitte um Bewerbung – keine nennenswerten Erfolge mehr erzielte. »Uns ging es darum, die Hemmschwelle zu senken und den Leuten entgegenzukommen«, erklärt Firmengründer Herbert Müller. Er wählte den Weg der vereinfachten Bewerbung: Schneller und einfacher sollten erste Informationen von Bewerberin und Bewerber zum Betrieb übermittelt werden. Mit Hilfe seines Webdesigners integrierte er ein Online-Bewerbungstool auf der Homepage: Es macht seitdem den ersten Bewerbungs-Kontakt zu einer Sache von einigen Klicks, die auch per Handy zu erledigen sind – und der Tischlerbetrieb bekommt Infos, die ein ersten Bild von der Kandidatin oder dem Kandidaten für Job oder Ausbildungsplatz erlauben.

»Eine Minute, ein paar Klicks«

»Jetzt bewerben« heißt der Button, wer draufklickt, bekommt eine klare Ansage: »Eine Minute, ein paar Klicks und wir melden uns bei Dir«, darunter ist dann die Rede von einer Minute und 30 Sekunden Zeit, die die Bewerbung dauert: Im Vergleich dazu dauert jede übliche Online-Bewerbung eine kleine Ewigkeit. Der nächste Schritt: Der Nutzer verrät seinen Namen und klickt an, auf welche Stelle – Ausbildungsplatz, Geselle, Meister – er sich bewerben möchte. Das Bewerbungs-Tool fragt nach Erfahrungen im Bereich Möbelbau oder CAD-Planung und stellt die drei Optionen »Nein, aber ich brenne darauf«, »Ich habe mal reingeschnuppert« oder »Ich kenne mich aus« zur Wahl. Das gleiche Prinzip greift danach nochmal: Warum Schreiner, warum Holz? Hier geht es um den Reiz, den der Job ausübt, anzuklicken sind Antwortmöglichkeiten von A bis G, Mehrfachklicks möglich. »Verrate uns, wie Du tickst«, dieser Bereich fragt nach der Herangehensweise an neue Aufgaben: Lieber kreativ, eher pragmatisch oder gemischt? Auch dort gilt: Anklicken, OK drücken und es geht weiter. Hier können die Bewerberinnen und Bewerber noch ihre Fragen an den Betrieb stellen.

Chance zur Eigenwerbung

Im letzten Schritt gibt es die Chance zur Eigenwerbung: Wer auf besondere Fähigkeiten oder Eigenschaften hinweisen möchte, kann das im Freifeld machen. Damit ist die Kurzbewerbung fast beendet und es werden Handynummer und Mailadresse abgefragt, damit Holzart sich bei den Kandidatinnen und Kandidaten melden kann. Der Selbsttest ergab: Eine Minute und 45 Sekunden dauerte es, bis alle Angaben komplett waren und die Bewerbung im Roetgener Betrieb ankam. Und was passiert dann? Herbert Müller findet sie in seinem Mail-Posteingang und »quittiert« den Bewerbungs-Eingang dann grundsätzlich mit einer Antwortmail. Wenn die Infos interessant sind, greift er zum Telefonhörer und klingelt durch, spätere Anstellung nicht ausgeschlossen. Andernfalls gibt es eine freundliche Absage oder die Frage, ob man die Infos für spätere Stellenangebote speichern dürfe. Wer bewirbt sich auf diesem Weg? Hauptsächlich junge Leute auf der Suche nach dem Ausbildungsplatz, hat Müller in den vergangenen Jahren beobachtet. Denn Webseite und das Bewerbungstool sind natürlich smartphone-optimiert und laden damit besonders die Handy-Generation zur Schnellbewerbung ein. Das Tool bleibt übrigens auch dann auf der Webseite, wenn Holzart gerade keinen Azubi, Gesellen oder Meister sucht: Denn Initiativbewerbungen sind immer willkommen.