Treffen der Handwerkskammer Aachen mit politischen Spitzenvertretern auf Gut Rosenberg
Handwerkskammer Aachen

News vom 05.10.2026HWK Aachen fordert praxistaugliche Rahmenbedingungen für das Handwerk

Erster Handwerksdialog bringt Politik und Handwerk zusammen

Das Handwerk ist ein tragender Pfeiler unserer Region. Es bildet aus, schafft Arbeitsplätze, sichert die Versorgung, modernisiert Gebäude und Infrastruktur und setzt Klimaschutz sowie Energiewende ganz praktisch vor Ort um. Damit die Betriebe im Kammerbezirk Aachen diese Aufgaben auch in Zukunft erfolgreich erfüllen können, braucht es politische Rahmenbedingungen, die zur Realität in den Betrieben passen.

Genau darum ging es beim ersten Handwerksdialog der Handwerkskammer Aachen am 1. Oktober. Rund 20 politische Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter aus der Region kamen mit der HWK ins Gespräch – darunter Bundestagsabgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter des Landtags Nordrhein-Westfalen sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Kammerbezirk.

Zentrale Forderungen für starke Betriebe

Mit dem neuen Format bringt die HWK Aachen die Anliegen der Handwerksbetriebe direkt an die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger heran. Im Mittelpunkt standen Themen, die für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks entscheidend sind: Fachkräfte, berufliche Bildung, Infrastruktur, Mobilität, Bürokratieabbau, faire Vergabe, die Rolle von Frauen im Handwerk sowie die Krisenfestigkeit des Mittelstands.

HWK-Präsident Marco Herwartz machte deutlich: „Handwerksbetriebe brauchen verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören eine starke berufliche Bildung, moderne Bildungsstätten, mehr Sichtbarkeit für die duale Ausbildung und eine gezielte Unterstützung der Meisterqualifizierung.“ Ebenso wichtig seien Investitionen in funktionierende Infrastruktur sowie praktikable Lösungen für Mobilität, Stellplätze und Versorgungsverkehre in Kundennähe.

Auch beim Thema Bürokratie sieht die Handwerkskammer dringenden Handlungsbedarf. „Viele Verfahren müssen einfacher, schneller und mittelstandsfreundlicher werden. Öffentliche Aufträge müssen für kleine und mittlere Betriebe erreichbar bleiben – insbesondere durch Fach- und Teillosvergabe“, unterstrich Herwartz mehrfach beim ersten Handwerksdialog. Darüber hinaus forderte er von der Politik mehr Unterstützung der Handwerkerinnen, speziell beim Thema Absicherung von schwangeren Selbstständigen. „Diese dürfen keine Mütter zweiter Klasse sein, sondern brauchen die gleichen Absicherungen wie angestellte Handwerkerinnen.“

Ein weiterer Schwerpunkt war die Krisenfestigkeit des Mittelstands. Handwerk und Mittelstand müssen stärker in Resilienz- und Sicherheitsstrategien eingebunden werden – von Liquiditätshilfen über Cyberprävention bis hin zur Nutzung regionaler ziviler Kapazitäten im Krisenfall.

Broschüre bündelt die Positionen

Ihre zentralen Forderungen hat die HWK Aachen in einer Broschüre zusammengefasst, die Sie hier herunterladen können und gern für Gespräche mit politischen Entscheidungstragenden nutzen können: Download