HWK-Präsident Marco Herwartz, mit Sascha Meier, Conrad Bug, Charlotte Struck und ALRV-Vorständin Birgit Rosenberg (v.l.n.r.)
News vom 12.08.2026Wenn Handwerk Weltklasse-Hindernisse baut
Studierende der Akademie für Handwerksdesign der HWK Aachen entwerfen Sprünge für die Reit-WM
Wenn sich die Weltelite des Pferdesports in Aachen trifft, ist das Handwerk traditionell nicht weit. Denn kein Pferd kann ohne Hufschmied Höchstleistungen erbringen, Sattlerinnen sorgen für den sicheren Sitz im Sattel, und unzählige Elektroniker, SHK-Fachleute sowie Tischlerinnen verwandeln die Aachener Soers Jahr für Jahr in einen Treffpunkt für Pferdesportbegeisterte aus aller Welt. Was schon für den weltbekannten CHIO gilt, bekommt bei der Reit-WM noch einmal eine besondere Dimension. Erstmals haben Studierende der Akademie für Handwerksdesign der Handwerkskammer Aachen auf Gut Rosenberg Hindernisse für das sportliche Großereignis entworfen. Unter fachkundiger Anleitung von Dozent Andreas Kruse und Experten des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) setzten sich die Studierenden in einem sechswöchigen Designsprint zunächst intensiv mit den Grundlagen des Hindernisbaus auseinander.
„Wir hatten alle wenig Ahnung vom Pferdesport und mussten erst einmal lernen, welche Farben, Formen und Kontraste für die Pferde wichtig sind“, erinnerte sich Charlotte Struck, die in diesem Jahr ihr Examen an der Akademie gemacht hat. „Und wir wollten, dass Pferd und Reiter Spaß haben und dass von den Hindernissen keine Gefahr ausgeht“, ergänzte ihr Kommilitone Sascha Meier bei der Enthüllung der Hindernisse auf dem ehrwürdigen Gelände des Allianz Parks.
Auch wenn die Handwerkskammer Aachen und der ALRV bereits seit über 75 Jahren beim CHIO eng zusammenarbeiten, bedeutete dieses Projekt für beide Seiten eine neue Dimension der Kooperation. „Und die können wir sehr gern wiederholen. Denn die Entwürfe sind absolut großartig“, freute sich ALRV-Vorständin Birgit Rosenberg. Ein Angebot, das HWK-Präsident Marco Herwartz im Namen der Akademie für Handwerksdesign gern annahm: „Wenn die Weltelite des Reitsports in Aachen an den Start geht, spricht das globale Publikum auch über Meisterwerke unseres regionalen Handwerks. Das zeigt eindrucksvoll: Das Handwerk aus dem Aachener Kammerbezirk ist absolut Weltklasse, hochgradig innovativ und tief in unserer Heimat verwurzelt.“
Aachen als Inspiration
Wer die Entwürfe sieht, spürt die Begeisterung der Studierenden für ihr Handwerk – und für die neue Herausforderung. „Wir wollten den Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion und vor den Fernsehern mit den Hindernissen Aachen näherbringen“, erläuterte Sascha Meier. Deshalb gehören mit seinem Entwurf für einen Sprung über den Elisenbrunnen und dem gewaltigen Oxer von Charlotte Struck über den Aachener Dom auch zwei Wahrzeichen der Stadt zu den fünf ausgewählten Hindernissen.
Daneben überzeugten die beiden Akademie-Absolventen Conrad Bug und Matten Fredecker die Jury mit ihrer „Welcome Home“-Mauer, mit der sie das WM-Motto eindrucksvoll umsetzten. Matthis de Weerdt brachte mit seinem Entwurf „Sprudelnde Vielfalt“ die heilenden Aachener Mineralquellen ins Reitstadion, während Lena Richter sich von der heimischen Blütenpracht zu ihrem Hindernisentwurf inspirieren ließ. Aus den ersten Ideen entstanden über Monate hinweg in Zusammenarbeit mit erfahrenen Parcoursbauern die finalen Hindernisse. Sie werden die Reitelite bei der WM zu sportlichen Höchstleistungen fordern – und zugleich zeigen, wie kreativ, präzise und weltmeisterlich das Handwerk in der Region Aachen ist.