Kommentar

Handwerkswirtschaft Ausgabe Oktober 2020

Gewählte müssen liefern

Von Elmar Brandt

Die Würfel sind gefallen. Und so mancher Bewerber um ein Amt oder Mandat war nach der Kommunalwahl platt. Oder absolut positiv überrascht und schier überrumpelt. Fest steht: Die politische Gemengelage im Kammerbezirk Aachen ist sehr gemischt und macht deutlich, dass auch die Interessen, Meinungen und Absichten in der Bevölkerung sehr unterschiedlich sind. Gerade das ist die Chance für unsere Grenzregion: die Vielfalt zu nutzen, die sehr ausgeweiteten Kenntnisse und Kontakte effizient einzusetzen, um diese Region wieder nach vorne zu bringen. Das wird gerade nach Corona – wenn es denn irgendwann mal so kommen sollte – aber auch schon jetzt extrem wichtig sein. Denn die Region muss attraktiv bleiben. Nur dann kann die regionale Wirtschaft profitieren.

Die Politik ist allerdings auch gefragt. Wer gewählt wird, muss liefern. Was die gewählten Bürgermeister und Landräte angeht, gilt das besonders für die Verwaltungen. Denn hier hat es durch die Corona-Pandemie erhebliche Verzögerungen und Einschränkungen bei Verfahren gegeben.

Brutal deutlich ist dabei geworden, dass die Digitalisierung in den Verwaltungen sehr stark zu wünschen übrig lässt. Die Diskrepanz zwischen sehr modern aufgestellten Dienstleistern und unterentwickelten Administrationen ist enorm groß. Hier muss dringend gehandelt werden. Vor allem wenn es um Planungs- und Genehmigungsangelegenheiten geht, die für Handwerksbetriebe wichtig sind.

Bei diesem Thema ist ein konstruktiver und stetiger Austausch zwischen den Kommunen erforderlich. Gemeinsam können sie ihre Strategien erfolgreicher verwirklichen und im Schulterschluss die technischen Voraussetzungen schaffen, für die es zudem lukrative Fördergelder gibt. Darüber hinaus steht es natürlich außer Frage, dass eine ausreichende Breitbandversorgung in der gesamten Fläche schnellstmöglich Realität werden muss. Denn nur mit einem leistungsfähigen Internet kann das Ziel einer attraktiven Wirtschaftsregion erreicht werden.

Kommentar von:

Elmar Brandt

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