Handwerkskammer Aachen - Jahresbericht 2025Interessenvertretung
Als zentrale Interessenvertretung des regionalen Handwerks setzt sich die Handwerkskammer Aachen für die Belange aller Betriebe im Kammerbezirk ein – vom Einpersonenunternehmen bis zum Großbetrieb. Dabei stehen aber nicht nur die wirtschaftlichen Interessen der Betriebe, sondern auch die der Arbeitnehmenden im Mittelpunkt.
Zeugnis-Check: Digitaler Assistent prüft Zeugnisse
Handwerk braucht weniger Bürokratie
Marco Herwartz als Präsident der Handwerkskammer Aachen wiedergewählt
Erste Meisterstipendien im Kreis Düren
Fach- und Teillosvergabe erhalten
Zeugnis-Check: Digitaler Assistent prüft Zeugnisse
Zeugnisse zu fälschen ist im digitalen Zeitalter einfacher denn je. Mit dem neuen Zeugnis-Bot bietet die Handwerkskammer Aachen eine zusätzliche Sicherheit: Innerhalb weniger Sekunden lassen sich Meister-, Gesellen- und Fortbildungszeugnisse sowie Meisterbriefe auf ihre Echtheit überprüfen. Berücksichtigt werden alle Abschlüsse, die innerhalb der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von 15 Jahren ausgestellt wurden – ein wirksames Instrument für mehr Transparenz.
Handwerk braucht weniger Bürokratie
Wer klare politische Aussagen erwartet, wird von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann selten enttäuscht. So auch bei der HWK-Frühjahrsvollsammlung im Aachener Rathaus: „Handwerker wollen sich nicht mit Akten beschäftigten. Wer dazu Lust hat, soll im Ministerium arbeiten.“ Damit war die Grundausrichtung für die Diskussionsrunde gesetzt. Zu dieser praktischen Ausrichtung des Handwerks gehört nach Überzeugung der jungen Dachdeckerin Marleen Götz auch eine deutlich bessere Berufsorientierung in der Schule. „In Schulprojektwochen dürfen nicht nur Kunst und Sport behandelt werden, sondern auch handwerkliche Themen.“ Dafür gab es nicht nur vom Minister viel Applaus.
Vielseitiges Podium: Dachdeckerin Marleen Götz, Minister Karl-Josef Laumann, FH-Rektor Thomas RItz und Handwerkskammer-Präsident Marco Herwartz diskutierten unter der Moderation von Christian Mourad über die Zukunft des Handwerks.
Marco Herwartz als Präsident der Handwerkskammer Aachen wiedergewählt
Nach dem Motto: Eine ist keine, trat Marco Herwartz erneut zur HWK-Präsidentenwahl an und wurde auf der Vollversammlung einstimmig für eine zweite Amtszeit an die Spitze der Kammer gewählt. Er will die kommenden fünf Jahre nutzen, um den angekündigten jährlichen Praxis-Check durch die Bundesregierung aktiv zu begleiten und die Attraktivität der beruflichen Bildung weiter zu stärken. Ihm zur Seite stehen weiterhin als Stellvertreter Felix Kendziora (Arbeitnehmer) und Josef Ross (Arbeitgeber).
Erste Meisterstipendien im Kreis Düren
Nach dem Vorbild des Kreises Euskirchen wurden 2025 erstmals im Kreis Düren vier Meisterstipendien vergeben. Damit will der Landkreis sowohl das regionale Handwerk als wichtige Stütze der Wirtschaft stärken als auch junge Fachkräfte im Kreis halten. Die vier Stipendiatinnen und Stipendiaten setzten sich gegen zehn weitere Bewerbende durch und erhalten während ihrer Meisterschule einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von 6.000 Euro. Im Gegenzug verpflichten sie sich, ihre Meisterschule innerhalb der vorgesehenen Prüfungsordnung abzuschließen und nach der bestandenen Prüfung mindestens fünf Jahre im Kreis Düren zu arbeiten.
Übergabe der Urkunden für das Meisterstipendium. Vorne (v.l.) die Stipendiaten: Dragoljub Stojanovic, Eduard Baal, Katharina Sofie Stärk und Musamert Akkaya. Hinten Vertreter der Jury (v.l.): Dürens Dezernentin Sybille Haußmann, Schulleiter Hagen Hußmann (Berufskolleg für Technik), Schulleiterin Simone Menser-Dargel (Berufskolleg Jülich), Richard Graf (Handwerkskammer Aachen), Dezernentin Susanne Dettlaff und Tobias Wolff (jeweils Kreis Düren).
Fach- und Teillosvergabe erhalten
Schneller bauen – ja. Mittelstand schwächen – nein. Die geplante Aufweichung der Fach- und Teillosvergabe im Zuge des Vergabebeschleunigungsgesetzes stieß im Handwerk auf deutliche Kritik. Würden öffentliche Aufträge häufiger an Generalunternehmer vergeben, hätten kleine und mittlere Betriebe das Nachsehen. HWK-Präsident Marco Herwartz warnte: Was als Bürokratieabbau verkauft werde, könne den Wettbewerb erheblich einschränken – zulasten regionaler Betriebe.