Handwerkskammer Aachen - Jahresbericht 2025Nachwuchsförderung

Motivierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, ist für Handwerksbetriebe von zentraler Bedeutung. Die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammer unterstützen die Betriebe dabei, offene Ausbildungsplätze passgenau zu besetzen und geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden.

Drei Ausbildungsbotschafter helfen bei der Nachwuchssicherung

Als Ralf Eylmanns vom Projekt „Ausbildungsbotschafter“ erzählt hatte, musste Markus Wegner nicht lange überlegen. „Da machen meine Jungs mit“, hat er dem Mitarbeiter der Handwerkskammer Aachen zugesagt. Sein Unternehmen, die WEGI GmbH in Düren-Hoven, ist der erste Betrieb, der gleich drei Ausbildungsbotschafter entsendet. „Das ist Rekord“, sagte Eylmanns sehr erfreut. Der Betrieb schickte mit Mateusz Kiczka, Björn van Dam und David Förster ein engagiertes Trio in die Schulen. Dort berichteten sie auf Augenhöhe über ihren Weg ins Handwerk, ihren Alltag als angehende Feinwerkmechaniker und ihre Perspektiven. Das kam an – und stärkte zugleich die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Fachkräfte. Für Markus und Britta Wegner war klar: Nachwuchssicherung gelingt nur, wenn Betriebe aktiv werden.

Mehr zum Projekt

Handwerkskammer Aachen
Sie gehen in Schulen und erzählen vom Handwerk: David Förster, Mateusz Kiczka und Björn Van Dam der WEGI GmbH in Düren.

Straße des Handwerks – Ausbildung zum Ausprobieren


Über 100 Aussteller, zahlreiche Gespräche – und mittendrin die „Straße des Handwerks“ als Publikumsmagnet auf der Ausbildungsbörse in Düren. Hier konnten Jugendliche Berufe wie Dachdecker, Friseur, Elektrotechniker oder Tischler nicht nur kennenlernen, sondern praktisch ausprobieren. Wer an mindestens fünf Stationen sein Geschick bewies, erhielt einen Juniorgesellenbrief. Innungen, Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer standen beratend zur Seite. Das Format zeigte eindrucksvoll, wie Berufsorientierung heute gelingen kann: praxisnah, niedrigschwellig und motivierend. Ein starkes Signal für die duale Ausbildung – und für die Vielfalt des Handwerks.

Eindrücke von der Ausbildungsbörse

Handwerkskammer Aachen - Alexander Bank

Kleine Hände, große Zukunft – Kita-Kinder bauen an ihrer Zukunft


Hämmern, schrauben, streichen: Vorschulkinder der Kita „Tummetott“ in Übach-Palenberg bauten gemeinsam mit Zimmerern ihr eigenes Holzhaus. Drei Stunden lang arbeiteten die „kleinen Handwerker“ mit Begeisterung – unterstützt von Profis aus dem Betrieb Knoben Haus und Holzbau. Die Aktion war Teil des bundesweiten Kita-Wettbewerbs „Kleine Hände, große Zukunft“, der Kinder frühzeitig mit handwerklichen Berufen in Berührung bringt. Spielerisch entdeckten sie Materialien, Werkzeuge und Teamarbeit. Für die Betriebe eine Chance, Begeisterung zu wecken – für die Kinder ein Erlebnis, das bleibt. Ein besonderer Erfolg gelang in der nächsten Wettbewerbsrunde dem Kinderladen Hanbrucher Straße in Aachen: Die Einrichtung setzte sich gegen 74 Bewerbungen aus Nordrhein-Westfalen durch und wurde Landessieger. In Kooperation mit der Printenbäckerei Klein erhielten die Kinder Einblicke in die Herstellung von Aachener Printen, probierten sich selbst im Bäckerhandwerk aus und dokumentierten ihre Erfahrungen auf einem großen Poster. Die Jury würdigte das Projekt mit einem Preisgeld von 1.000 Euro. Nachwuchsförderung sollte eben schon im Kindergarten beginnen.

Mehr zu den kleinen Printenbäckern

Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Die andere Dachseite will auch bunt werden, jetzt pinseln die Kinder ein kräftiges Lila auf die Holzplatte. »Sich auszuprobieren, ist sehr wichtig. Mit dem Kita-Wettbewerb des Handwerks werden Kinder schon im frühen Alter sensibilisiert, das ist toll«, sagt Simon Knoben, (Knoben Haus und Holz GmbH aus Heinsberg).

„MACH WAS!“ – Kreativität trifft Handwerk


Beim bundesweiten Wettbewerb „MACH WAS!“ gestalten Jugendliche ihr Schulumfeld – unterstützt von regionalen Handwerksbetrieben. Im Kammerbezirk Aachen arbeiteten drei Schulen mit Metallbauunternehmen zusammen und setzten Projekte wie Schwenkgrills oder praktische Schulhoflösungen um. Neben 1.000 Euro Fördergeld erhielten die Teams Werkzeug und fachliche Begleitung. Ziel ist es, handwerkliche Talente sichtbar zu machen und frühzeitig Kontakte zu Betrieben zu knüpfen. Erste Erfolge zeigten sich bereits: Ein Teilnehmer startete seine Ausbildung im Partnerbetrieb. So wird aus einem Schulprojekt echte Nachwuchsförderung.

Infos dazu

Foto: Esser
Mit den Händen arbeiten und am Ende des Projektes ein fertiges Produkt haben: »MACH WAS!« begeistert Jugendliche für das Handwerk, wie hier bei Metallbau Esser in Euskirchen.

Woche der Ausbildung – Handwerk mitten in der City

Berufsorientierung dort, wo junge Menschen unterwegs sind: Während der Woche der Ausbildung im März präsentierte sich das Handwerk erneut im Shoppingcenter Aquis Plaza in Aachen. Ohne Termin konnten sich Jugendliche individuell beraten lassen und an interaktiven Stationen selbst aktiv werden – etwa am Schweißsimulator oder an der digitalen Lackierstation. Ausbildungsbotschafter berichteten aus ihrem Alltag und zeigten Karrierewege auf. Die Resonanz war groß und die Botschaft klar: Eine duale Ausbildung im Handwerk ist der Startpunkt für eine Bildungskarriere mit Sinn, Sicherheit und Zukunft.

Artikel: Brückenbauer in die Berufswelt
Artikel: Karriere mit Sinn und Werkzeug

Junger Mann steht am Simulator und übt lackieren.
Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Dank Simulator sind Lackierübungen heutzutage eine saubere Sache.


Der Linnicher Löwe brüllt wieder

Mit rund 2.500 Steinen legten vier Straßenbau-Azubis das historische Stadtwappen von Linnich auf dem Altermarkt. Granit, Porphyr und Mosaikpflaster wurden präzise gesetzt, Details sorgfältig ausgearbeitet. Vier Tage lang arbeiteten die angehenden Gesellen im Team – unterstützt von Ausbildungsmeistern aus dem Bildungszentrum BGZ Simmerath. Das Ergebnis ist nicht nur ein beeindruckendes Stadtwappen, sondern auch ein sichtbares Symbol für Ausbildungsqualität und handwerkliches Können. Für die jungen Fachkräfte stand fest: Sie bleiben ihrem Beruf treu.

Der Löwe in Groß

Handwerkskammer Aachen - Thomas Gehring

Wenn Kinderträume Realität werden

An der OGS Driescher Hof entstand eine eigene Spielstraße – geplant von Viertklässlern, umgesetzt mit Unterstützung von Ausbildern der HWK-Tochter QualiTec und Teilnehmenden berufsvorbereitender Maßnahmen. In elf Nachmittagen verwandelte sich ein Teil des Schulhofs in ein markiertes Straßennetz mit Schildern und Zebrastreifen. Zur Einweihung fiel das Flatterband – und die Kinder starteten mit Fahrrädern und Rollern durch. Das Projekt zeigt, wie Handwerk pädagogische Arbeit unterstützt und junge Menschen beteiligt. Ideen von Kindern werden ernst genommen – und mit handwerklicher Kompetenz Wirklichkeit.

Mehr zum Projekt

Einweihung der neue Spielstraße für die OGS Driescher Hof in Aachen.
Handwerkskammer Aachen - Alexander Bank
Die OGS Driescher Hof hat jetzt ihre eigene Spielstraße!




Frischer Lack, klare Perspektive

Von den „rollenden Meisterwerken“ direkt in die Ausbildung: Marius Heiko Laufenberg startete nach einem kreativen Praxisprojekt im Bildungszentrum TraCK seine Lehre als Fahrzeuglackierer bei Barth & Schumacher in Eschweiler. Auch im zweiten Lehrjahr zeigte sich der 17-Jährige begeistert von der Vielfalt seines Berufs. Der Familienbetrieb setzt auf eine intensive und individuelle Ausbildung, moderne Ausstattung und ein starkes Teamgefühl. Das Engagement zahlt sich aus: Viele Auszubildende bleiben langfristig im Unternehmen. HWK-Projekte wie „Rollende Meisterwerke“ zeigen, wie praxisnahe Erfahrungen berufliche Perspektiven eröffnen.

Mehr zu den Perspektiven gibt es hier

Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Polieren gehört zu den Lieblingsaufgaben von Marius Laufenberg. Er fühlt sich sehr wohl in seinem Ausbildungsbetrieb Barth & Schumacher in Eschweiler.

„Easy to ignore“ – Talente sichtbar machen

Im Projekt „Easy to ignore“ ermöglichten die Handwerkskammer Aachen und der Verein ANTalive Jugendlichen der Heinrich-Böll-Gesamtschule Düren praktische Einblicke in kreative Handwerksarbeit. Besonders Schülerinnen und Schüler, die beruflich noch unentschlossen waren oder im Schulalltag wenig auffielen, konnten im Bildungszentrum TraCK ihre Stärken entdecken. In rund 40 Unterrichtseinheiten entwarfen sie am Computer eigene Motive und setzten diese mithilfe von Plotter- und Lackiertechniken als Hinterglaslackierung auf Plexiglas um – ein hochwertiges Ergebnis zum Mitnehmen. Begleitet wurden sie von Ausbildungsmeistern und pädagogischer Unterstützung der Schule. Das Projekt zeigte, wie praxisnahe Angebote Orientierung geben und Selbstvertrauen stärken können.

Nicht ignorieren

Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Jugendliche werden in diesem Projekt genau richtig angesprochen und individuell mitgenommen. Ihre Talente werden gesehen und gefördert.